Bundeskunsthalle zeigt „Targets“ – Fotografien von Herlinde Koelbl

Die Fotografien, die in einen Zeitraum von sechs Jahren in fast 30 Ländern entstanden, sind noch bis 11. Januar 2015 in Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in der Bundeskunsthalle zu sehen sein.

Herlinde Koelbl fotografierte ihr erstes Target vor über drei Jahrzehnten. Das Schießziel war eine zerschossene, durchlöcherte Blechfigur in einer Ackerfurche – für die Fotografin ein Symbol für Gewalt und Tod.

Vor sechs Jahren nahm sie das Thema wieder auf und begann ihr internationales Fotoprojekt Targets. Herlinde Koelbl bereiste fast dreißig Länder, um die Ziele zu dokumentieren, auf die Soldatinnen und Soldaten weltweit konditioniert werden zu schießen. Wie ist der Feind dargestellt, den sie später töten sollen? Ist er eine abstrakte Figur? Oder hat er ein Gesicht? Wenn ja, wie sieht es aus? Zeigen die Targets kulturelle Unterschiede? Haben sich die Feindbilder verändert?

Bildtext (r.): Targets: Deutschland. © Herlinde Koelbl

Ein US-Soldat berichtete, er sei noch an der „Iwan-Figur mit einem roten Stern am Helm“ ausgebildet worden: Der Feind war die Sowjetunion. Heute gibt es stattdessen orientalisch gekleidete Zielfiguren. Wer ist der Feind? Von welcher Seite sehe ich den Feind? Jeder glaubt, auf der richtigen Seite zu stehen. In der Realität des Krieges sind immer die Soldaten das Ziel, deshalb porträtierte Herlinde Koelbl auch sie: die lebenden Ziele.

"Targets" ist eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum, Berlin.

Weitere Informationen:
www.bundeskunsthalle.de

Titelbild: Targets: Libanon. © Herlinde Koelbl