Germanisches Nationalmuseum: Archäologische Sammlung neu präsentiert


Weltberühmte Objekte wie der Goldkegel von Ezelsdorf-Buch oder die Adlerfibel von Domagnano erhalten damit nach vierjähriger Umbauzeit eine angemessene Präsentation. In den neu gestalteten historischen Räumen werden mehr Exponate als je zuvor gezeigt. Über 2 600 Objekte vom Faustkeil der Steinzeitmenschen bis zu den Gräbern der Merowinger führen über 200 000 Jahre kulturgeschichtliche Entwicklung in Mitteleuropa vor Augen.

Die Lücke ist geschlossen: Mit der Eröffnung der Vor- und Frühgeschichtlichen Sammlung ist im Germanischen Nationalmuseum erstmals ein durchgehender Rundgang von den prähistorischen Faustkeilen über die Völkerwanderungszeit bis zum Hochmittelalter möglich.

Die Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte des Germanischen Nationalmuseums zeigt die Vielfalt der kulturgeschichtlichen Objekte in den Regionen des deutschen Sprachraums. Die Präsentation unterstreicht den Wandel der Schmuckformen, Geräte, Gefäße und Waffen von der Steinzeit bis zum Karolingerreich. Die neu eingerichteten Vitrinen bieten, abgesehen von besten konservatorischen Bedingungen, eine erhebliche Steigerung der sinnlichen Erfahrung dieser lang zurückliegenden Epochen. Durch individuelle Ausleuchtung werden auch feine Verzierungen der Ausstellungsstücke sichtbar gemacht. Die sehr zurückhaltende Linienführung in der Ausstellungsarchitektur, die auch gestalterisch Vorgeschichte und Mittelalter in einer einheitlichen Linie verbindet, bringt Ästhetik und Bedeutung der Objekte ohne Behinderung und aufgesetzte Effekte zur Geltung. Verbreitungskarten, eine Zeitleiste und verschiedene Modelle erleichtern den Besuchern die zeitliche und räumliche Zuordnung.

Die großzügige Verteilung der Sammlung in acht aufeinander folgende Räume ermöglicht es, bislang nur provisorisch gezeigte archäologische Funde ausführlicher darzustellen. Neue Präsenz erhält etwa auch die Merowingerzeit mit dem Gräberfeld von Westheim. Ihren besonderen Glanz erhält die Sammlung jedoch durch Höhepunkte wie den geheimnisvollen Ezelsdorfer Goldkegel oder die Parsberger Fibel aus der Bronzezeit, den einzigen rekonstruierbaren römischen Paradehelm oder die berühmte Adlerfibel von Domagnano, der Gewandschmuck einer ostgotischen Dame.

Die Sammlung des Germanischen Nationalmuseums spielte im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Impulsgeberin der Beschäftigung mit Vor- und Frühgeschichte und hat daher eine große forschungsgeschichtliche Wirkung entfaltet. Im historischen Verständnis des 19. Jahrhunderts war sie der Kern der nationalen Identitätsfindung. Sie ist außer der Sammlung des Berliner Museums für Ur- und Frühgeschichte die einzige überregionale Sammlung in Deutschland.

Quelle: Germanisches Nationalmuseum
Weitere Informationen: www.kpz-nuernberg.de

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