REM zeigen: „Die Medici – Menschen, Macht und Leidenschaft“


Die Schau stellt die berühmte Familie nicht nur anhand ihrer bedeutenden Kunstschätze vor, sondern als Menschen mit oft widersprüchlichen Persönlichkeiten, unerwarteten Charakteren, außergewöhnlichen Leidenschaften und folgenschweren Krankheitsgeschichten. Schriftliche Quellen, Kunstwerke aus den weltberühmten Museen in Florenz, prachtvolle Gewänder, ungewöhnliche Alltagsgegenstände und die Ergebnisse neuer forensischer und bioarchäologischer Untersuchungen fügen sich in der Ausstellung zu einem vielfältigen und nicht selten überraschenden Bild zusammen.

Die Schau zeigt die persönlichen Schicksale der einzelnen Familienmitglieder, die bis heute faszinieren, aber auch ihre wichtige Rolle als Förderer der Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellung spannt den Bogen vom Gründungsvater Giovanni di Bicci bis zur letzten Medici, der Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz.

Anna Maria Luisa de‘ Medici – Bindeglied zwischen Toskana und Kurpfalz
Die Ausstellung findet anlässlich des 270. Todestages von Anna Maria Luisa de‘ Medici (1667-1743) statt. Sie war die letzte Vertreterin der Hauptlinie dieser bedeutenden Familie. Mit ihrem Tod im Jahre 1743 ging die Dynastie, die Jahrhunderte lang die Geschicke Florenz und Europas geprägt hat, zu Ende.

Anna Maria Luisa hat ihre Spuren jedoch nicht nur in der Toskana hinterlassen, sondern auch in der Kurpfalz. Die einzige Tochter von Cosimo III. heiratete 1691 Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (1658-1716). Sie galt als schön und humorvoll, war musisch und sprachlich gebildet. Die Ehe mit Johann Wilhelm blieb zwar kinderlos, war aber trotzdem sehr glücklich. Das Paar teilte zahlreiche gemeinsame Interessen. Sie residierten in Düsseldorf, das sie zu einer kulturellen Blüte führten. Ihr Hof war bald Anziehungspunkt für bedeutende Künstler.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1716 kehrte Anna Maria Luisa in ihre Heimatstadt Florenz zurück. Hier wird sie auch heute noch hoch verehrt. Ihr ist es nämlich zu verdanken, dass die Kunstschätze, die die Medici über drei Jahrhunderte zusammen getragen haben, auf ewig in der Stadt am Arno bleiben. Sie handelte als letzte Erbin der Medici 1737 mit dem neuen Großherzog Franz von Lothringen einen Vertrag aus, den so genannten Patto di Famiglia. Dieser legte fest, dass die umfangreichen Kunstsammlungen der Medici Florenz niemals verlassen dürfen. Dort locken sie noch heute in den weltberühmten Museen der Stadt wie den Uffizien oder dem Palazzo Pitti jährlich Millionen Kulturinteressierte an.

Anna Maria Luisa starb nach zweijähriger Leidenszeit 1743. Sie wurde von den Florentinern mit allen Ehren zu Grabe getragen. Als Todesursache werden entweder die Spätfolgen der Syphilis oder Brustkrebs vermutet.
(Quelle: REM)

Weitere Informationen:
www.medici2013.de
(Der Link wurde am 28.04.2013 getestet.)

Bildtext (l.): Porträt Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz, geborene Medici, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (REM). Jan Frans von Douven, vor 1708 Öl auf Leinwand 127 cm x 99 cm. © rem, Foto: Jean Christen
(r.): Rekonstruktion Kurfürstenkrone: Speziell für die Mannheimer Medici-Ausstellung wurde die Kurfürstenkrone, die Anna Maria de’ Medici in ihrem Sarg trägt, rekonstruiert. Sie wurde von dem Juwelier und Schmuckdesigner Georg Hornemann aus Düsseldorf sowie dem Atelier für Textilrestaurierung der Reiss-Engelhorn-Museen gefertigt. Das Foto zeigt die Arbeit der Textilrestauratoren. © rem, Foto: Jean Christen