Porzellanikon Selb zeigt Sonderausstellung: “Multiple Objekte“


Die Fachschule Selb startet eine gewitzte Attacke auf ein Lieblingskind der modernen Kunst: Duchamp hat’s erfunden, Warhol hat es massentauglich gemacht und seit nunmehr knapp hundert Jahren ist das „Multiple“ eine anerkannte, beliebte und oftmals vergleichbar erschwingliche Spielart moderner Kunst. Hierbei ist „der Künstler primär Gestalter, der Form, Größe, Materialien, Techniken, Auflage u.ä. festlegt, während die Ausführung meist von spezialisierten Fachkräften übernommen wird“.

Die Selber Fachschule für Produktdesign wollte mit ihrem Projekt „Multiple Objekte“ von einer derartigen Trennung nichts wissen und drehte den Spieß um: Vierundvierzig angehende Produktdesignerinnen und -designer, per se mit der seriellen Herstellung befasst, dachten einmal umgekehrt. Sie sollten zunächst nicht ein Endprodukt im Auge haben, sondern vielmehr die verschiedenen Möglichkeiten, ein Produkt zu erstellen.

Dazu entwarfen die Schüler jeweils einen einzelnen, vielfach zu multiplizierenden Baustein aus Hartporzellan, der im Thema Aufbewahrung und Lagerung von Zitrusfrüchten exemplarische Anwendung findet, wie die etwas nüchtern formulierte Aufgabenstellung lautete.

Was die beiden Jahrgänge der um die zwanzig Jahre alten FachschülerInnen allerdings daraus machten, birgt jede Menge Witz, Hintersinn und Einfallsreichtum. Die handwerkliche Ausführung ist dabei bestechend. Und das auch bei durchaus vertrackten Lösungen.
(Quelle: Porzellanikon Selb)

Weitere Informationen:
www.porzellanikon.org
(Der Link wurde am 15.04.2013 getestet.)

Bildtext: Sonja Fischer: Obstschale. Die in unterschiedlicher Höhe angeordneten filigranen Porzellanflügel wirken nahezu schwerelos und lassen die Früchte schweben. Egal welche Obstsorte darauf arrangiert
wird, jede Farbe kommt auf dem weißen Untergrund sehr gut zum Leuchten. Die scheinbar wahllose Anordnung der Flügel lockert den vertikal dreigeteilten Aufbau auf, sie greifen locker ineinander und ergeben gemeinsam ein Ganzes.