NRW-Forum Düsseldorf zeigt Bettina Rheims: Gender Studies


Zu betrachten sind 27 geradezu überirdisch schöne Fotos von androgynen jungen Menschen aus aller Welt, die inmitten eines Klangteppichs ihrer eigenen Stimmen zu sehen sind. Der Betrachter hört „die Stimme des neuen dritten Geschlechts“, sagt die Künstlerin selbst über diese Installation.

Vor 20 Jahren zeigte Bettina Rheims ihre Arbeiten „Modern Lovers“ und „Les Espionnes“ – Arbeiten über Androgynie und Transgender, die in den schlimmsten Zeiten von AIDS fotografiert wurden. "Modern Lovers" – publiziert im Jahr 1993 – war dem faszinierenden Aussehen von jugendlichen Mädchen und Jungen gewidmet, das den Betrachter über ihre eigentlichen Geschlechtlichkeit im Unklaren läßt. Bettina Rheims hielt jenen Augenblick fest, in dem die Portraitierten gleichzeitig Mann und Frau waren. Jetzt trieb es sie, zu untersuchen, ob sich seit den Achtziger und Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts etwas geändert hat in der Welt der Geschlechter.

Bettina Rheims, hat als Mannequin angefangen, bevor sie 1978 selbst zur Kamera griff. Die Tochter des Pariser Star-Auktionators und Schriftstellers Maurice Rheims porträtierte Stripteasetänzerinnen und Akrobaten; die Veröffentlichung in "L’Egoïste", dem Kultmagazin der achtziger Jahre, öffnete ihr den Weg in die Mode- und Werbefotografie.

Sie fotografierte Stars und ausgestopfte Tiere, fertigte 1995 das offizielle Porträt von Präsident Chirac und sorgte Anfang 2000 für einen Skandal mit der Serie "I.N.R.I.", dem in einer psychiatrischen Heilanstalt in knalligen Farben nachgestellten Leben Jesu; ein gewagtes Unterfangen, das heftige Anfeindungen und Kritik provozierte.
(Quelle: NRW-Forum Düsseldorf)

Weitere Informationen:
www.nrw-forum.de

(Der Link wurde am 08.05.2012 getestet.)

Bildtext: Dafné C. II © Bettina Rheims