Historisches Museum zeigt: “Die Salier. Macht im Wandel”


An der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert prägten die Salier die Geschicke des Reiches. Ausgehend von Speyer, das mit dem Dombau zum Symbol des Machtanspruchs wurde, veränderten die Salier das damalige Weltbild. Die Dynastie der vier salischen Kaiser reicht von Konrad II., dem mächtigen Gründer der Kaiserdynastie, über Heinrich III. und Heinrich IV. bis zu Heinrich V., Rebell und Tyrann zugleich.

An der Seite der mächtigen Herrscher standen bedeutende Frauen. Klug, schön und aus wohlhabenden Verhältnissen stammend, war Gisela von Schwaben für Konrad II. eine unentbehrliche Gefährtin. Lag Gisela im Kindbett, soll der Kaiser ohne ihren Rat keine wichtigen Entscheidungen getroffen haben.

Stets in der Verantwortung und starker Kritik ausgesetzt übernahm Agnes von Poitou, die Gemahlin Heinrich III., nach dessen Tod im Jahr 1056 bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Heinrich IV. die Regentschaft. Als Heinrich IV. im Alter von 15 Jahren mit Bertha von Turin verheiratet wurde, soll er sich nichts sehnlicher als die Scheidung gewünscht haben. Zu den wenigen Details, die aus dem Leben Berthas bekannt sind, zählt die Beschreibung, wie sie ihren Mann auf den Weg nach Italien begleitete und im Wochenbett auf einer Kuhhaut über die Alpen gezogen wurde.

Mathilde von England schließlich, die Frau des letzten Salierkaisers, ging als Großmutter Richards von Löwenherz in die Geschichtsschreibung ein. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung begegnen die Besucher immer wieder den schicksalhaften Lebenswegen der Herrscherfrauen, die meist im Hintergrund agierten und gern in Vergessenheit geraten.

Zahlreiche Exponate von Weltrang aus Museen in Deutschland und Europa werden erstmals in einer Ausstellung vereint. Wertvolle Handschriften, kostbare liturgische Geräte, Skulpturen und Bauplastik, aber auch Funde aus dem alltäglichen Leben geben Einblick in eine von dramatischen Umbrüchen geprägte Zeit. Aufwändige Inszenierungen, virtuelle Architekturrekonstruktionen und spannende Hörstationen bieten dem Besucher ein besonders eindrucksvolles Ausstellungserlebnis.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter zweibändiger Katalog mit Aufsätzen namhafter Wissenschaftler. Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit Themen- und Kostümführungen, Vorträgen sowie einer wissenschaftlichen Tagung begleiten die Ausstellung.

Die Sonderschau ist vom 10. April bis 30. Oktober 2011 im Historische Museum der Pfalz zu besichtigen.

Weitere Informationen:
www.salierjahr2011.de

(Der Link wurde am 23.02.2011 getestet.)