rem/Luisenpark Mannheim: Blütezeit für Barbarossa


Die große Geschichtsschau "Die Staufer und Italien", die die Reiss-Engelhorn-Museen ab September zeigen, weckt der Mannheimer Luisenpark mit zwei außergewöhnlichen Rahmenprogrammpunkten die Vorfreude auf das mittelalterliche Kaisergeschlecht.

Das Kunstwerk aus 23.000 Blumen bildet auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern das Gesicht des berühmten Staufers ab. Verwendung fanden 8.000 dunkelweinrote Buntnesseln für die Konturen, 6.500 rote Begonien für Bart und Haare, 6.500 Tagetes für die Krone, 2.000 Begonien für rosige Wangen und Gesicht. In Kürze erblühen die Pflanzen in voller Pracht und färben den Bart rot und die Krone goldgelb.

Vorlage für das Riesenbild war eine streicholzschachtelgroße Darstellung aus der mittelalterlichen Welfenchronik. Diese kostbare Handschrift aus der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda wird ab Herbst in der Staufer-Ausstellung im Original zu sehen sein. Darin enthalten ist ein Bildnis Friedrich Barbarossas, das ihn mit dem typischen roten Bart zeigt. Das Blumenbild greift dieses Charakteristikum besonders auf: "Es sind mehrere Pflanzphasen vorgesehen, die den Bartwuchs des Kaisers simulieren. Bis zum Ausstellungsbeginn im September wird Barbarossas Rauschebart um zehn Meter gewachsen sein", berichtet Günter Glaser. Unter seiner haben 21 Gärtnerinnen und Gärtner des Luisenparks dieses fulminante Herrscherbild eines mittelalterlichen Kaisers erschaffen.

Besucher des Luisenparks können das lebendige Kunstwerk aus zwei Perspektiven betrachten. Nähert man sich ihm direkt, so erscheint es als farbenfrohes Blütenmeer. Erst aus der Höhe des Mannheimer Fernmeldeturms erschließen sich jedoch die gigantischen Ausmaße und die Kunstfertigkeit, mit der die blühenden Gesichtszüge des Staufers nachgebildet sind.

Für die Reiss-Engelhorn-Museen (rem) ist das Blumenporträt ein Beispiel gelungener Netzwerkarbeit. "Der Luisenpark trägt ganz entscheidend dazu bei, das Stauferjahr weit über die Ausstellung hinaus zu einem kulturellen Höhepunkt für ganz Süddeutschland zu machen", unterstreicht Dr. Alexander Schubert, Marketingleiter der rem und Koordinator des Stauferjahres.

Neben dem Blumenbild macht der Luisenpark ein weiteres Thema staufischer Geschichte lebendig. Barbarossas Enkel Kaiser Friedrich II. verfasste mit dem so genannten "Falkenbuch" eines der frühesten vogelkundlichen Lehrbücher. Darin enthalten sind Beschreibungen von rund 100 Vogelarten, die in weiten Teilen noch heute Gültigkeit haben.

Allein 36 der im Falkenbuch dargestellten Vogelarten, darunter der Rosa Pelikan, der Rosa Flamingo, Pfau, verschiedene Reiherarten, Eulenvögel oder Halsbandsittiche leben frei oder in Gehegen im Luisenpark.

Weitere Informationen:
www.staufer2010.de
www.luisenpark.de

(Die Links wurden am 15.05.2010 getestet.)