Historisches Museum der Pfalz Speyer: „Hexen“ verlassen die Stadt


Das Phänomen "Hexe" wird in der kulturhistorischen Ausstellung umfassend dargestellt: Ausgehend vom Weltbild des 16. und 17. Jahrhunderts erfahren die Besucher anhand aktuellster wissenschaftlicher Forschungen, wie eine Vielfalt von Ursachen die Voraussetzung für die Hexenverfolgungen schuf. Über 600 Exponate internationaler Herkunft von rund 100 Leihgebern gewähren einen Einblick in eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit. Nach dem Ende der Schau werden die einzigartigen Leihgaben wieder ihren Heimweg antreten; wie etwa das "Hexenhemd" aus Veringenstadt. Das noch vollständig erhaltene und geweihte Folterhemd wurde 1680 vermutlich Anna Kramerin vor dem Verhör angelegt, damit die der Hexerei Angeklagte keine Zaubermittel in der Kleidung verstecken konnte. Sie wurde jedoch mit dem Schwert hingerichtet und nicht verbrannt; so erklärt man sich, dass das Hemd bis heute erhalten blieb. Dieses besondere Ausstellungsstück ist eine Leihgabe des Heimatmuseums Veringenstadt.

Lebhafte Inszenierungen und interaktive Stationen ergänzen den Ausstellungsrundgang der deutschlandweit einzigartigen Präsentation. Die Schau ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Die Familienmitmachausstellung "Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein" ist noch bis 13. Juni 2010 zu sehen. Hexen und Zauberer verfügen über uralte und geheime Erkenntnisse. Sie wissen, wie man die magischen Mächte um Hilfe anruft, kennen die wirksamsten Zaubersprüche und können das Hexen-Einmaleins auswendig. Die Familienmitmachausstellung "Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein" lädt Kinder zwischen vier und zehn Jahren ein, in die geheimnisvolle Welt der Hexen und Zauberer einzutauchen.

Sobald die jungen Besucher in ihre Hexen- oder Zaubererkluft geschlüpft sind, beginnt für sie ein magisches Abenteuer! Im Hexenladen finden sie alles, was zum Zaubern nötig ist: sprechende Bücher, präparierte Tiere, wertvolle Steine und "gruselige" Zutaten wie "Krötenschleim" oder "Hexenaugen". In zahllosen Schubladen warten wundersame Dinge darauf erforscht und ertastet zu werden. Aber lassen sich alle mysteriösen Erscheinungen tatsächlich auf Magie zurückführen?
Im Zauberlabor dürfen die Besucher experimentieren und lernen dabei die Wunderwelt der Naturgesetze kennen. Viele Phänomene lassen sich bei genauerer Untersuchung durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse erklären. Nur wer weiß, wie die Dinge funktionieren, kann sie beeinflussen.

Weitere Informationen:
www.museum.speyer.de

Bildunterschrift: In der Ausstellung "Krötenschleim und Spinnenbein" verwandeln sich junge Besucher in kleine Hexen und Zauberer. Foto: Dominic Geis, Historisches Museum der Pfalz Speyer

(Der Link wurde am 27.04.2010 getestet.)