Frauenmuseum Bonn: 2. Internationale Konferenz der Frauenmuseen


Alle anwesenden Museen werden hier zum Thema Idole – Role – Models – Heldinnen ihren individuellen Beitrag leisten. "Wir sind jetzt da, wo wir in den 70er mal sein wollten", freut sich Marianne Pitzen, Direktorin des Frauenmuseum Bonn, über die globale Frauenpower.

Das Frauenmuseum in Bonn ist nicht nur weltweit das erste seiner Art, sondern bringt auch erstmals Frauenmuseen aus vielen Ländern in einer Ausstellung zusammen. Die Präsentation, die bis zum 8. November 2009 läuft, greift in zwei Kapiteln die Vielfalt der Frauenmuseen und ihrer Protagonistinnen auf.

Idole – Role – Models – Heldinnen erzählt die Geschichten außergewöhnlicher Frauen. Jedes Frauenmuseum bringt dazu eine oder mehrere Heldinnen seines Landes mit, deren Leben und Handeln in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden. Das Museum wird zu einem weitgefächerten, Raum, in dem der Besucher mit dem Leben und Handeln von Pionierinnen vertraut gemacht wird, wie zum Beispiel der ersten feministischen Ministerpräsidentin, Gro Harlem Brundtland aus Norwegen, oder der australischen Pilotin Nancy-Bird Walton. Die Bonner Gastgeber richten ihren Fokus auf die Frauen aus der Rosenstraße in Berlin, die während des Nazi-Regimes gemeinsam erfolgreich gegen die Deportation ihrer jüdischen Ehemänner protestierten.

Frauenmuseen Weltwiet: In dem 2. Teil der Ausstellung stellen sich Frauenmuseen aller Kontinente vor. Viele Museen haben den Schwerpunkt Geschichte, manche sind mehr ethnologisch oder archäologisch ausgerichtet. Einige sind reine Kunstmuseen wie Amsterdam, andere kombinieren zeitgenössische Kunst mit historischen oder gesellschaftlichen Themen, wie es im Bonner Frauenmuseum Tradition ist. Neben den bestehenden Museen gibt es eine Reihe von Initiativen, die ein neues Museum gründen möchten, und zwar auch in Ländern, die nicht unbedingt durch eine frauenfreundliche Politik glänzen, wie der Iran oder Albanien.

Aus Anlass der Bundestagswahl präsentiert das Bonner Frauenmuseum im Erdgeschoss noch einmal die Ausstellung "Mit Macht zur Wahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht in Europa". Sie dient gleichsam als Modell für eine gelungene Wanderausstellung.

Parallel zeigt die Künstlerin Elvira Bach unter dem Titel Influences Africans neue Arbeiten, die ihre Zeit im Senegal widerspiegeln. Außerdem zu sehen: Exponate aus der Sammlung des Museums von Künstlerinnen wie Rune Mields, Käthe Kollwitz oder Yoko Ono.

"Wir möchten auf brisante Themen aufmerksam machen, die nicht nur Frauen etwas angehen und durch den internationalen Austausch neue faszinierende Projekte ermöglichen", wünscht sich Marianne Pitzen vom zweiten Treffen des Netzwerkes "womeninmuseum". Vier Tage lang, vom 9. bis zum 12. September, begegnen sich in Bonn Vertreterinnen der Frauenmuseen aus aller Welt, um das beim ersten Treffen im Juni 2008 in Meran, Italien, gegründete Netzwerk "womeninmuseum" weiter zu einer starken Stütze für die Museen und Projekte auszubauen, Informationen auszutauschen und interkulturellen Austausch zu ermöglichen.

Im ehemaligen Hotel Beethoven entsteht fast nebenbei eine einzigartige Unterkunft für die Teilnehmerinnen der Konferenz. In der Aktion Kunsthotel Dormitorium werden 60 Zimmer von ebenso vielen Künstlerinnen gestaltet. Der ML Moving Locations e.V. stellt dem Frauenmuseum Bonn das ehemalige Hotel Beethoven zur Verfügung: Künstlerinnen wie Ulrike Rosenbach oder Hanne Horn verpassen den Zimmern ein neues Kleid.

Weitere Informationen:
www.frauenmuseum.de

(Der Link wurde am 05.09.2009 getestet.)