GNM: Letzte Woche „Kunst und Kalter Krieg“


Die wissenschaftliche Tagung "Kunst und Kirche in der DDR" wird vom Arbeitskreis zur Erforschung der Kunst in der DDR veranstaltet. In Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum und angebunden an die Ausstellung "Kunst und Kalter Krieg. Deutsche Positionen 1945-1989" tagt der Arbeitskreis zur Erforschung der Kunst in der DDR vom 2. bis 3. September 2009 in Nürnberg. Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei. Sie wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Am Mittwoch, dem 2. September hält Prof. Dr. Sigrid Hofer (Marburg) um 19 Uhr einen Abendvortrag zum Thema "West-östliche Polaritäten? Dresdens Beitrag zur abstrakten Kunst nach 1945", in dem sie Einblicke in die unangepasste Kunstszene der DDR vermittelt, die sich allen politischen Umständen zum Trotz ausgeformt hatte. Der Vortrag unterstreicht somit nochmals eine der Grundthesen der Ausstellung "Kunst und Kalter Krieg".

Am Donnerstag, dem 3. September um 19 Uhr finden Filmfreunde im Aufseß-Saal des Germanischen Nationalmuseums einen filmkünstlerischen Höhepunkt aus dem vorletzen Jahr der Existenz der DDR: "Winter adé" von Regisseurin und Drehbuchautorin Helke Missewitz entstand 1988 und beschreibt eine Bahnreise quer durch die DDR. Auf ihrer Fahrt von der Industrie- und Bergarbeiterstadt Zwickau in Sachsen in den Norden, bis an die Ostsee, trifft die Regisseurin Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Prägung. Die Frauen erzählen von ihrem Alltag, ihren Nöten und Hoffnungen. Ihre unverstellten Aussagen und Beobachtungen fügen sich zu einem vielgestaltigen Kaleidoskop aus Erinnerungen, Sehnsüchten und Enttäuschungen, das Leben und Stimmung in der DDR ein Jahr vor deren Zusammenbruch auf plastische Weise beschreibt. Der Film wird wegen lizenzrechtlichen Schwierigkeiten an Stelle des ursprünglich vorgesehenen "Novembertage – Stimmen und Wege" von Marcel Ophüls gezeigt.

Am Sonntag, dem 6. September heißt es schließlich Abschied nehmen: Das Who is Who der deutschen Kunstszene ist an diesem Tag zum letzten Mal im GNM zu erleben. Aufsehen erregte die Schau nicht nur wegen des noch nie so intensiv erlebbaren Nebeneinanders von ost- und westdeutscher Kunst, sondern auch wegen der zahlreichen Entdeckungen, die vor allem bei Werken aus der DDR zu machen sind. Das Germanische Nationalmuseum hat in Zusammenarbeit mit dem dem Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) von 11 bis 17 Uhr kontrastreiche und informative Führungen im Halbstundentakt zu den "großen Namen" der Kunst nach 1945 zusammengestellt. Zugleich können Kinder mit ihren Familien im offenen Atelier des KPZ ihr eigenes Deutschlandbild malerisch ausdrücken.

Weitere Informationen:
www.gnm.de

Bildtext:
Die Fotografin Evelyn Richter ist mit einigen Werken in der Ausstlelung "Kunst und Kalter Krieg" vertreten. Foto: Brigitte Karch

(Der Link wurde am 02.09.2009 getestet.)