Galerie Degenhartt, Berlin, zeigt „Nachtleben“


Karen Stukes Bilder aus der Serie sleeping sister, eine ihrer offenen Fotoserien, zu denen auch Aufnahmen ganzer Theateraufführungen und aus sich drehenden Fernsehtürmen gehören – sind mit der Lochkamera, jeweils eine ganze Nacht lang aufgenommen. Diese Fotografien besitzen eine leuchtende, fast magische Oberfläche. Nach erstem Hinsehen erkennt man den intimen Raum der Schlafenden (die Fotografien entstehen meist auf Reisen) und entdeckt im Bild sowie in der eigenen Imagination eine andere Welt, die des Traumes, eine, die nicht sichtbar ist und doch sofort präsent wird. Karen Stuke studierte in Groningen und Bielefeld Fotografie und Kommunikationsdesign. Sie lebt und arbeitet in Berlin und führt neben ihrer Arbeit als Fotografin den Kronenboden, einen Raum für Theaterkunst. Ihre Aufmerksamkeit gilt vor allem der Arbeit mit der Camera Obscura sowie dem Theater.

Die fotografische Serie Theatres of play der in Großbritannien ausgebildeten Künstlerin Anne Kathrin Greiner zeigt menschenleere nächtliche Szenarien, nicht in Gebäuden, sondern im erweiterten Raum der Stadt. Eine vertraute Umgebung wird uns hier in ungewohnter, nahezu mysteriöser Weise präsentiert. Auch im weiteren Sinne entfaltet sich ein Spiel aus Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Sichtbarem und Unsichtbarem, Realität und Traum. Die bei Tageslicht betrachtet eher banal erscheinenden Elemente entfalten im Dämmerlicht ein Eigenleben, das vielfältige Assoziationen zulässt. Anne Kathrin Greiner studierte in Siena, Edinburgh und London. Ihre preisgekrönten Arbeiten werden auf Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem bei Hauser & Wirth in Zürich und im Reykjaviker Museum für Fotografie.

In den Himmelsbildern von Doris Conrads werden wir in einen deutlich erweiterten Raum versetzt, den des Himmels und den des gesamten Alls. Seit jeher ist Doris Conrads in ihren Arbeiten an Themen wie Übergang, Weite oder Grenzenlosigkeit interessiert. Eine ihrer wesentlichen Themenreihen widmet sie dem Nachthimmel, dessen Weite dem Gedanken freien Raum gibt. In ihm konzentrieren sich Gedanken zur relativen Ohnmacht des Menschen, aber auch Fragestellungen, die durch die wissenschaftliche Forschung evoziert werden und an denen das menschliche Selbstverständnis stets aufs Neue geprüft werden muss. Dabei kommt ihrer ruhigen, geduldigen Suche in einem langen Gestaltungsprozess eine zentrale Rolle zu; die Bildträger werden immer wieder überarbeitet, bis eine angemessene Tiefe erreicht ist. Doris Conrads studierte an der staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt (Städelschule) bei Raimer Jochims, war seither in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten und ist Lehrbeauftragte der Universität Marburg.

Die Vernissage findet am 23. Januar 2009, 19.00 Uhr statt.

Weitere Informationen:
www.galerie-degenhartt.de

Bildtext: Karen Stuke, Berlin, aus der Serie sleeping sister, pigmentprint auf Photo Rag, 2006

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