Landesmuseum Oldenburg: Chili, Teufelsdreck und Safran


Gewürze sind so alt wie die Menschheit. Bereits die Menschen der frühesten Hochkulturen nutzen Pflanzen und Pflanzenteile in Kult und Religion, für medizinische und kulinarische Zwecke. Weil nicht überall alles wächst, erstreckten sich schon im 2. Jt. V. Chr. weite Handelsnetze zwischen Ostasien und dem Mittelmeerraum.

Gewürze spielten im Europa des Mittelalters und der frühen Neuzeit eine ebenso bedeutende wirtschaftliche und politische Rolle wie heute das Erdöl. Sie waren extrem wertvoll, weil sie nicht nur zum Würzen benötigt wurden, sondern auch als Konservierungsstoffe und Grundlage für Arzneimittel. Auf die Heilkraft von Gewürzen wies schon im 12. Jahrhundert die "erste deutsche Ärztin" Hildegard von Bingen in richtungsweisenden Abhandlungen hin. Die teuersten Gewürze heute sind: Safran, gefolgt von Vanille und Kardamom. Früher war Pfeffer so wertvoll, dass er mit Gold aufgewogen wurde.

So interdisziplinär wie der Gegenstand "Gewürze" an sich schon ist, ist auch die Ausstellung. Ihr Einsatz z. B. in der Ethnomedizin, im Alltag sowie ihre Bedeutung innerhalb des Kulturaustausches wird ebenso berücksichtigt wie die Paläobotanik oder ihre Rolle als Triebfeder kolonialer Ambitionen. Nicht zuletzt sind es archäologische Objekte – wie ein antiker Pfefferstreuer aus dem Britischen Museum –, welche diese internationale Sonderausstellung zu einem besonderen visuellen und "geschmacklich" wertvollen Erlebnis werden lassen.

Weitere Informationen: www.naturundmensch.de

(Der Link wurde am 14.09.2007 getestet.)

Bild: Pfeffer (Piper nigrum L.) ist ein tropischer Kletterstrauch aus Südostasien. Darstellung aus: Franz Eugen Köhler, Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen und kurz erläuterndem Texte (1883-1914).