Jüdisches Museum München: Sammelbilder: Dirndl, Truhen, Edelweiss


„Dirndl, Truhen, Edelweiss “ Die Volkskunst der Brüder Wallach“ erzählt, wie die beiden aus Westfalen
stammenden Brüder Moritz und Julius Wallach mit ihrem im Jahr 1900 gegründeten „Volkskunsthaus“ zu den
prägenden Mitbegründern einer Volkskunst-Mode wurden. Mit ihren Verkaufsräumen und dem angeschlossenen
Volkskunstmuseum wurde „Wallach“ zu dem Synonym bayerischen Wohn- und Kleidungsstils. Die Ausstellung
mit zahlreichen Leihgaben, vor allem von in den USA lebenden Nachfahren, verfolgt den Lebensweg der
Gründer, ihre Verbundenheit mit Königshaus und Künstlern, aber auch Arisierung, Emigration und den
erfolgreichen Wiederaufbau des Hauses nach 1945.

Moritz und Julius Wallach haben sich mit ihrem bis vor kurzem existierendem „Haus für Volkskunst und Tracht“
weit über die Stadtgrenze Münchens hinaus einen Namen gemacht. Die westfälischen Kaufleute trugen eine
umfassende Sammlung europäischer Volkskunst zusammen und präsentierten sie in einem „Volkskunsthaus“, das in den 1920ern zu Münchens Sehenswürdigkeiten gehörte. Vor allem mit Stoffdrucken aus eigener Fabrikation entwickelten sie einen unverwechselbaren Stil. Ihre Dirndl wurden im Zuge der Begeisterung für die Operette „Im Weißen Rössl“ ab 1930 weltbekannt, die Familienangehörigen waren jedoch gezwungen, Deutschland zu verlassen.

Die Ausstellung fragt nach den Firmengründern, ihren Unternehmen und ihrer Sammelleidenschaft. Sie präsentiert Volkskunst, Möbel, Wallach-Drucke und Kleider, Persönliches und Geschäftliches aus dem Familiennachlass in den USA, dem Firmennachlass und dem Besitz ehemaliger Kunden.

Als Kuratorin der Ausstellung fungiert Dr. Monika Ständecke.

Bildtext: Reklamekarte der Firma Wallach München, um 1920 Entwurf: Paul Neu. Foto: Jüdisches Museum München/ Silke Eberspächer.