Deutsche Eßgewohnheiten unter der Lupe: Die größten Sünden: „zu viel und zu fett“


Es ist der 10. Bericht der Fachgesellschaft, die im Auftrag der Bundesregierung die Ernährungssituation in Deutschland untersucht und im regelmäßigen Turnus von vier Jahren einen Bericht darüber veröffentlicht. Dieses 480 Seiten starke Buch “ sein Inhalt ist erstmals auch auf CD-ROM verfügbar “ ist eine geballte Information vor allem für Ernährungsfachleute; seine wichtigsten Erkenntnisse sind aber auch für Laien interessant.

"Zu fett und zu viel" sind nach wie vor die Hauptfehler, die wir Deutschen bei der Ernährung machen. Hinzu kommt, dass eine träge Lebensweise inzwischen für die meisten Menschen Realität ist, sowohl im Beruf wie auch in der Freizeit, die leider meist auf dem Sofa vor dem TV-Gerät oder am Computer verbracht wird. So kommt es, dass in Deutschland 65 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen Übergewicht und damit ein erhöhtes Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten, wie zum Beispiel Dickdarmkrebs zu erkranken. Wie Gesundheitsexperten festgestellt haben, sind rund 70 Prozent aller Todesfälle auf ernährungsbedingte Krankheiten zurückzuführen. Besonders hohe Kalorienaufnahmen stellt man bei den über 51-jährigen fest. Diese Aussage ist nicht neu, trifft sie doch auch auf frühere Ernährungsberichte zu. Man könnte fast annehmen, die Deutschen seien nicht nur zu träge, um sich zu bewegen, sondern auch zu bequem, um ihre Gewohnheiten zu ändern. Das theoretische Ernährungswissen ist hierzulande so hoch wie nie zuvor, doch es fehlt an der praktischen Umsetzung im Alltag.

Was ist also konkret zu tun? Die Zauberformel bei der Lebensmittelauswahl lautet vor allem für Bewegungsmuffel: „nährstoffdichte Lebensmittel“. Das sind Lebensmittel, die einen niedrigen Energie-(Kalorien-)Gehalt haben, aber viele wichtige Nährstoffe enthalten, so vor allem Gemüse, Obst, Vollkorngetreideprodukte und fettarme Milchprodukte. 650 g Gemüse und Obst täglich “ das wäre ideal. Mit durchschnittlich 300 g verzehren wir gerade mal die Hälfte dieser von der DGE empfohlenen Menge. Hingegen ist laut Ernährungsbericht 2004 die Fettaufnahme immer noch deutlich zu hoch. Menschen, die sich wenig bewegen, sollten höchstens 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr durch Fett bestreiten, und zwar sollten bevorzugt pflanzliche Fette, wie Raps- oder Walnußöl verzehrt werden. Eine hohe Nährstoffdichte ist zudem gewährleistet, wenn die Zuckerzufuhr über Süßwaren, Kuchen oder gesüßte Getränke reduziert wird.Der Ernährungsbericht befaßt sich noch mit mehreren weiteren Sachgebieten, unter anderem mit der Frage, wie weit das Ernährungsverhalten der Menschen in den neuen und den alten Bundesländern voneinander abweicht.

Wer sich eingehender mit all diesen Fragen beschäftigen möchte, kann den Bericht für 24,00 Euro zuzügl. Versandkosten bestellen beim DGE-Medienservice, Bornheimer Straße 33b, 53111 Bonn, Tel. 0228 9092626, Fax 0228 9092610, www.dge-medienservice.de
(Dr. Isolde Bräckle)

(Der Link wurde am 20.6.2005 getestet.)