Deutsche Herzstiftung: Herzinfarkt bei Frauen: Wann sind sie besonders gefährdet?

 

 

Frauen sollten untypische Beschwerden und Risikofaktoren kennen. Die Zahlen verdeutlichen es: 2012 starben an Herzkrankheiten 117.586 Frauen und 97.557 Männer. Allerdings: Mehr Männer als Frauen sterben am Herzinfarkt (28.951 Männer/23.565 Frauen im Jahr 2012). „Aber der Herzinfarkt bei Frauen bringt besondere Probleme mit sich. So gibt es für Frauen bestimmte Faktoren, die sie und ihr Arzt besonders im Blick haben sollten, weil diese die koronare Herzkrankheit (KHK), die dem Herzinfarkt immer vorausgeht, begünstigen: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes“, betont Prof. Dr. med. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Kardiologin am Marien-Hospital Wesel.

 

Risikofaktoren bei Frauen

Für Frauen gelten prinzipiell die gleichen Risikofaktoren wie für Männer, die konsequent behandelt werden müssen. Bis zu den Wechseljahren sind Frauen allerdings wegen der Geschlechtshormone (Östrogene) relativ gut gegen eine Verengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose) und damit vor dem Herzinfarkt geschützt. Ausnahme: Frauen, die rauchen und die Pille nehmen, haben ein hohes Herzinfarktrisiko. Nach den Wechseljahren nimmt das Herzinfarktrisiko stark zu. Sorgfältig ist auf den Blutdruck zu achten, weil dieser bei Frauen nach der Menopause sehr schnell ansteigt. „Dies ist auch ein Grund dafür, dass bei Frauen besonders viele Schlaganfälle auftreten. Sehr wichtig ist eine regelmäßige Blutdruckkontrolle beim Arzt oder zu Hause mit dem Messgerät“, betont Prof. Tiefenbacher. Nicht empfohlen wird eine östrogenhaltige Ersatztherapie für Frauen nach den Wechseljahren, weil eine Hormontherapie das Risiko für Herzkreislauf-Komplikationen eher erhöht.

 

Besondere Vorsicht auch bei Übergewicht und Diabetes

Neben Bluthochdruck sind weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer KHK bei Frauen und Männern Rauchen, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Bewegungsmangel und Stress. Zunehmend rücken psychosoziale Faktoren (z. B. Doppelbelastung durch Beruf und Familie) in den Fokus der Risikovorsorge.
(Quelle: Deutsche Herzstiftung)

 

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