Wenn gesunde Ernährung krank macht


Noch dramatischer ist die Situation bei Kindern. Hier zeigt bereits jedes dritte Kind allergische Hautveränderungen. Jedes siebte klagt über Heuschnupfen und jedes dritte hat asthmatische Beschwerden. Durch sogenannte Kreuzallergien reagieren viele auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch.

Eine möglichst frühe Erkennung und Behandlung solcher Abwehrreaktionen ist besonders bei Kindern und Heranwachsenden wichtig. Doch nicht jede Nahrungsmittel-Unverträglichkeit ist wirklich eine Allergie. Weit häufiger noch sind Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen bestimmte Nahrungsmittel, die das Wohlbefinden nachhaltig stören und zu chronischen Erkrankungen führen können, auch wenn die Ernährung insgesamt „gesund“ ist.

Die wissenschaftlich belegte Erkenntnis, dass es zu überschiessenden Reaktionen des Abwehrsystems kommen kann, setzte sich in den letzten Jahren bei immer mehr Ärzten durch. Durch diese Reaktionen lassen sich viele bis dahin nicht anderweitig erklärbare Beschwerden nun identifizieren. Ein im Labor durchgeführter Bluttest ermöglicht es, Nahrungsbestandteile herauszufiltern, auf die das Immunsystem reagiert.
Dabei handelt es sich um spezifische Antikörper (Immunglobuline G) gegen rund 300 Nahrungsmittel und Zusatzstoffe. Imupro300 heißt der Test, bei dem das Blut in aufwendigen Einzelanalysen untersucht und anschließend ein individuelles Immunprofil zusammengestellt wird.

Da sich durch unverträgliche Nahrung verursachte Beschwerden erst Stunden oder sogar Tage nach dem Verzehr einstellen, ist es schwer, den Auslöser zu finden. Bei vielen Symptomen vermutet man oft gar keinen Zusammenhang mit der Nahrung. Dass Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen oder Übelkeit, aber auch Diabetes und Übergewicht mit der falschen Ernährung zu tun haben könnten, leuchtet ein. Doch dass Hauterkrankungen, Migräne, Asthma, Rheuma und Gelenkbeschwerden, ja sogar das chronische Müdigkeitssyndrom oder Depressionen von bestimmten Nahrungsmitteln oder Zusatzstoffen verursacht werden können, ist für die meisten Betroffenen neu.

Was ist zu tun? Je heftiger die Reaktion im Test ausgefallen ist, desto länger sollten Betroffene die entsprechenden Nahrungsmittel meiden. Ein speziell ausgearbeiteter Ernährungsplan hilft den Patienten, die Krankmacher künftig aus ihrem Speiseplan zu streichen und durch andere Lebensmittel zu ersetzen. Ziel der Nahrungsumstellung ist es, durch diesen konsequenten Verzicht während acht bis zehn Wochen das Immunsystem zu stabilisieren. Danach können auch die Lebensmittel, auf die der Körper eine Reaktion zeigte, nach und nach wieder konsumiert werden.

Die Auswertung einer im Juni 2003 veröffentlichten Studie des unabhängigen Instituts Mediveritas in München zu ImuPro300 mit 231 Patienten belegt bemerkenswerte Ergebnisse, die allerdings auch von der Konsequenz abhingen, mit der die Nahrungsumstellung umgesetzt wurde. Auf diese Weise konnte auch Übergewicht abgebaut und das natürliche Wohlfühlgewicht erzielt werden. Der Weg zum persönlichen Immunprofil führt über den Arzt oder Heilpraktiker, der an ein entsprechendes Labor überweist. Weitere Informationen dazu erhält man beim Evomed MedizinService, Oberstrasse 19, 64297 Darmstadt oder im Internet unter www.imupro.de.
Dr. Isolde Bräckle

(Der Link wurde am 14.4.2005 getestet.)