Quälgeister wieder auf großer Fahrt (Nachbericht)


"Bei Menschen mit einer Allergie gegen Birkenpollen oder die Pollen anderer Bäume reichen zehn Pollenkörner pro Kubikmeter Luft pro Tag aus, um eine allergische Reaktion in Gang zu setzen", erklärt Professor Dr. Karl-Christian Bergmann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). "Bei einer Allergie auf Gräserpollen genügen sogar schon fünf Pollen."

Welche Baumpollen genau im Frühling die Nase von Allergiekranken zum Laufen bringen, lässt sich manchmal nur schwer sagen. Die frühblühenden Bäume Hasel und Erle lassen ihre Pollen nahezu gleichzeitig ab Februar fliegen. Im März sind dann zusätzlich noch Birkenpollen unterwegs. Vergleicht man auf immunologischer Ebene die Allergene der Birke, Erle und Hasel, aber auch der Buche und Eiche, miteinander, so stellt man fest, dass die Allergie auslösenden Moleküle in den Pollen dieser Bäume überwiegend identisch sind. Der Allergologe bezeichnet dies als Kreuzallergenität. Die wenigsten Frühblüher-Allergiker reagieren daher nur auf eine Baumart. Fast immer zeigen sich positive Reaktionen auf mehrere Bäume. Sollte in seltenen Fällen einmal eine isolierte Reaktion, beispielsweise nur auf die Hasel, beobachtet werden, so reagiert der Betroffene mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf das Hauptallergen, sondern auf zusätzliche, nur in dieser Baumart vorkommende, Allergieauslöser.

Doch wie Abhilfe schaffen? Durch geschlossene Wohnungsfenster, Auto-Belüftungsanlagen mit Pollenfilter und tägliches Haarewaschen gelingt es kaum, die Umgebung ausreichend pollenfrei zu halten. Fatalismus gegenüber der scheinbaren Übermacht der Pollen ist allerdings fehl am Platz. Gerade Pollenallergien lassen sich wirkungsvoll behandeln. Betroffene sollten einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Facharzt aufsuchen.

Foto: ALK SCHERAX Arzneimittel GmbH