Bärlauch ist auch ein Heilkraut


Wie Funde aus der Steinzeit beweisen, verwendeten ihn schon unsere Vorfahren. Während Germanen und Kelten ihn schätzten, wurde der „wilde Knoblauch“ aber im Mittelalter als „Teufelsknoblauch“ und „Hexenzwiebel“ bezeichnet und danach Jahrhunderte lang vergessen. Erst im 20. Jahrhundert kam sein Comeback, und die Wissenschaft entdeckte die Heilwirkungen der Pflanze aus der Familie der Liliengewächse, deren saftig-grüne Blätter zurzeit wieder humusreiche, feuchte Waldböden oder städtische Parkanlagen bedecken.

Wie Zwiebel und Knoblauch enthält auch der Bärlauch zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamin C, Allicin, Eisen, Zink, Mineralsalze und ätherische Öle. Die blutgerinnungshemmende Wirkung von Bärlauch konnten Forscher des Herzzentrums der Universität Dresden 2009 nachweisen. Bärlauch (Allium ursinum ) und Knoblauch (Allium sativum ) sowie ein chemischer Blutgerinnungshemmer sind gleichermaßen in der Lage, die Verklumpung der Blutplättchen zu hemmen, was vor allem bei Thrombosen und Herzrhythmusstörungen von Bedeutung ist. Es gilt also, die Bärlauchsaison zu nutzen. Ein englisches Sprichwort sagt wohl ganz richtig: „Iss Porree im Frühling und Bärlauch im Mai, dann haben die Ärzte im nächsten Jahr frei“.

Wer selbst Bärlauch sammelt, sollte darauf achten, Bärlauch nicht mit Giftpflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Gefleckter Aronstab zu verwechseln. Sie alle riechen nicht nach Knoblauch! Auch auf Eier des Fuchsbandwurms, die manchmal an Bärlauchblättern haften, sollte man achten; sie können Leberschäden verursachen. Bärlauch also immer gründlich waschen!
Isolde Bräckle

Bildtext: Wer selbst Bärlauch sammelt, sollte darauf achten, Bärlauch nicht mit Giftpflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Gefleckter Aronstab zu verwechseln. Foto: Brigitte Karch