Vitamine können vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen


Ob man dieses Risiko mit der zusätzlichen Gabe bestimmter Vitamine senken kann, wurde in den letzten Jahren von Fachleuten jedoch kontrovers diskutiert. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt nun, dass eine konsequente und hochdosierte Vitamintherapie doch einen guten Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt bieten kann.

Was ist eigentlich Homocystein? Dieser körpereigene Stoff entsteht als Zwischenprodukt im menschlichen Stoffwechsel, ist aber für die Körperzellen extrem giftig und muss deshalb rasch wieder abgebaut oder in weniger gefährliche Substanzen umgewandelt werden. Zuständig für diese schnelle und reibungslose Entfernung des Homocysteins sind drei Vitamine: Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6. Ein dauerhafter Mangel an diesen Stoffen bleibt daher nicht folgenlos. Der Homocysteingehalt im Blut steigt dann an, die Blutgefäße werden angegriffen, das Blut gerinnt leichter und es können sich Ablagerungen bilden, die den Blutfluss behindern. Die Folge ist eine Erkrankung an Arterienverkalkung oder Arteriosklerose. Es liegt also nahe, dass durch eine verbesserte Vitaminversorgung dieses Problem gelöst werden könnte.

Nach einer groß angelegten Studie in den USA mit Schlaganfallpatienten wurden aber Zweifel laut, ob eine Vorbeugung durch eine Vitamintherapie möglich sei. Man berücksichtigte aber in dieser Studie nicht, dass in den USA und Kanada schon seit 1996 dem Mehl standardmäßig Folsäure zugesetzt wird und dort niedrige Folsäurewerte in der Bevölkerung nur noch selten anzutreffen sind. Auch andere Fehlerquellen lagen vor. Aktuelle Analysen zeigen nun, dass bei einer Versorgung mit hoch dosierter Folsäure und B-Vitaminen das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, um bis zu 20 Prozent gesenkt werden kann. Wissenschaftler raten daher besonders Menschen aus Hochrisikogruppen, zu denen Personen mit Bluthochdruck oder hohen Blutfettwerten sowie Diabetiker und Raucher gehören, gezielt mit Vitaminen gegen Homocystein vorzugehen.

Da es schwierig ist, die erforderliche Menge an Folsäure und B-Vitaminen über die Nahrung aufzunehmen, kann man die Versorgungslücke am besten mit Präparaten füllen, die diese Vitalstoffe kombiniert enthalten. Vor dem Gang zur Apotheke oder Drogerie sollte man sich zunächst durch eine Homocystein-Bestimmung beim Arzt Klarheit verschaffen, wie es um das persönliche Risiko bestellt ist. Dieser Test wird allerdings von den meisten Krankenkassen nicht bezahlt. Liegt der gefundene Wert zu hoch, kann der Arzt ihn auch kurzfristig mit einer Intensivtherapie mittels Spritzen, die Folsäure, B12 und B6 enthalten, auf Normalmaß senken oder langfristig entsprechend hoch dosierte Tabletten empfehlen.

Eine kostenlose Infobroschüre zum Thema Homocystein kann beim Deutschen Grünen Kreuz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg unter dem Stichwort „Homocystein“ gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten und adressierten DIN A5-Rückumschlags angefordert werden.
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