Winterblues – Licht als Stimmungsmacher


Dieser Zustand kann sich bis zu einer Depression steigern, die Appetitlosigkeit und gesteigertes Schlafbedürfnis, in anderen Fällen aber auch Schlaflosigkeit zur Folge hat.
Gegen dieses winterliche Stimmungstief, auch "Winterblues" genannt, ist das beste und einfachste Mittel: Licht! Schon ein 20-minütiger Spaziergang hebt die Laune an trüben Tagen. Denn auch wenn die Sonne nicht zu sehen ist, dringt das UV-Licht durch die Wolken und kurbelt die Wirkung stimmungsaufhellender Hormone an. Bewegung an der frischen Luft, ob Spazierengehen, Walken oder Radfahren, vertreibt Müdigkeit und trübe Gedanken. Der Kreislauf kommt in Schwung und Sauerstoff belebt den Körper.
Gegen Stimmungstiefs hilft auch die gelb blühende Heilpflanze Johanniskraut. Ihre Wirkstoffe Hyperforin und Hypericin sind natürliche Anti-Depressiva. Als Tee, Kapseln, Dragees, Frischpflanzensaft oder Rotöl gibt es sie im Reformhaus; ihre optimale Wirkung entfaltet sich jedoch erst längerfristig, also nach etwa zwei bis vier Wochen.
Die Stimmung heben auch viele kohlenhydrathaltige Lebensmittel. Es muß nicht gerade Schokolade sein, obwohl diese für besonders viel des Glückshormons Serotonin sorgt. Auch in Kräckern, Fruchtschnitten oder Trockenfrüchten sowie frischen Bananen, Ananas und Avocados steckt dieser Botenstoff.
Gute Düfte aus der Aromalampe oder ein abendliches Vollbad tun ein übriges im Kampf gegen den Winter-Blues. Ätherische Öle oder ein Heilkräuter-Ölbad ins Badewasser “ und wir können uns so richtig entspannen. Hopfen beruhigt, Melisse baut auf, Rosmarin regt an und Lavendel entspannt “ das alles sind natürliche "Dopingmittel" für unser Gemüt und unsere Seele.
Eine eigene Ambulanz für Herbst- und Winterdepressionen gibt es übrigens in der klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie der Universität Wien. Deren Vorstand Professor Siegfried F. Kasper hat zusammen mit dem amerikanischen Mediziner Norman E. Rosenthal ihre Forschungen über die Behandlung von Winter-Depressionen in dem Buch "Lichttherapie", erschienen im Kneipp-Verlag Loeben-Wien veröffentlicht. Auch der Berliner Psychiater Dieter Kunz ist der Meinung, dass Winterdepressionen häufig unterschätzt werden. Wie der Chefarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig Krankenhaus äußerte, spürt ein Viertel der deutschen Bevölkerung saisonale Stimmungsschwankungen, fünf Prozent leiden darunter. Meist verschlimmert sich die Depression bis zu einem Höhepunkt im Februar oder März.
Dr. Isolde Bräckle