Deutsches Grünes Kreuz: Organspende-Ausweis rettet Leben


Es gibt nach wie vor zu wenige Spender, um den Bedarf an gesunden Herzen, Nieren und Lungen zu decken, berichtet das Deutsche Grüne Kreuz e.V.

Vor allem in Deutschland ist die Zurückhaltung groß. Hier kommen auf eine Million Einwohner nur 13 Organspender, das bedeutet den fünftletzten Platz in Europa. Zwar wären nach jüngsten Umfragen bis zu 80 Prozent der Bundesbürger bereit, sich nach ihrem Tod Organe entnehmen zu lassen, aber maximal 15 bis 20 Prozent besitzen einer Spenderausweis, in dem sie ihre Bereitschaft dokumentiert haben.

Organspenden haben zwar im Vergleich zu 2004 einen neuen Höchststand erreicht, erklärten Vertreter des Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V. (BDO) anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Verbandes. 2005 hätten 1.220 Deutsche nach dem Tod ihre Organe gespendet. Das reiche jedoch längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Insgesamt hätten im Jahre 2005 3.778 Organe für Transplantationen zur Verfügung gestanden. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung, auch in Sinne der 12.000 Patienten, die auf ein Organ warten“, sagte Prof. Dr. Günter Kirste vom Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

In Deutschland muss man einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt haben oder die Hinterbliebenen müssen ihre Einwilligung geben. Oft überlassen mögliche Organspender ihren Angehörigen die Entscheidung, ob Organe entnommen werden dürfen oder nicht. Klarheit schafft ein Organspendeausweis. Darauf kann jeder dokumentieren, ob er einer Spende von Organen und Geweben uneingeschränkt zustimmt, nur bestimmte Organe und Gewebe spenden will oder eine Organentnahme generell ablehnt. Die Entscheidung kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Gespendet werden können Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm, Teile der Haut und die Hornhaut (Cornea).

Ein Organspendeausweis kostet weder Geld noch Mühe oder lange Wege, denn den Ausweis gibt es gratis in der Apotheke, beim Arzt oder zum Ausdrucken im Internet. Eine Untersuchung vor dem Ausfüllen des Passes ist nicht erforderlich, der Gesundheitszustand der Organe wird erst dann untersucht,wenn diese für eine Transplantation benötigt werden.
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