DGK: Vitamine – wichtig für die Augen


Trotz intensiver Forschungen sind die Ursachen der AMD noch nicht zufriedenstellend aufgeklärt, und auch die Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit noch unbefriedigend oder sehr aufwendig. In dieser Situation kommt der Suche nach Risikofaktoren und der Vorbeugung eine große Bedeutung zu. Aktuelle Forschungsergebnisse legen nun nahe, dass das blutgefäßschädigende Zellgift Homocystein auch bei der Entstehung einer Makuladegeneration eine gewichtige Rolle spielt. Auf diese Erkenntnisse weist Dr. Ingolf Dürr vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. (DGK) in Marburg hin.

Die gefürchtete altersabhängige Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für Altersblindheit. Von dieser Krankheit sind allein in Deutschland schätzungsweise zwei Millionen Menschen betroffen, die meisten sind älter als 50 Jahre. Bei dieser chronischen Netzhauterkrankung gehen ausgerechnet jene Sehzellen zugrunde, die für das zentrale, scharfe Sehvermögen und die Wahrnehmung von Farben zuständig sind.

Beim Homocystein handelt es sich um einen Stoff, der im menschlichen Körper ständig produziert wird, normalerweise aber auch schnell wieder abgebaut und unschädlich gemacht wird. Dies ist wichtig, weil Homocystein die Wände der Blutgefäße angreift und so eine Arterienverkalkung mit all ihren negativen Folgen für Herz und Kreislauf Vorschub leisten kann. Für die Entsorgung des Homocysteins sind vor allem die Vitamine Folsäure, B6 und B12 verantwortlich.

Amerikanische Wissenschaftler haben kürzlich entdeckt, dass sich bei Menschen mit AMD häufig überhöhte Werte an Homocystein im Blut finden. Zu viel Homocystein scheint also auch das Risiko für diese gefährliche Augenerkrankungen zu erhöhen. Für AMD-Patienten und insbesondere für Menschen, die diesem Augenleiden vorbeugen wollen, ist aber eine neue Untersuchung noch interessanter. Forscher an der renommierten Havard Medical School in Boston/USA hatten mehr als 5.000 Frauen, die bereits an einer Herz-Kreislauferkrankung litten, über rund sieben Jahre beobachtet. Ein Teil der Frauen wurde in diesem Zeitraum täglich mit einer Kombination der Vitamine B6, B12 und Folsäure versorgt. Der andere Teil erhielt nur ein Placebo, also ein Scheinmedikament ohne Wirkung. Die Auswertung der Studie ergab, dass Frauen, die die spezielle Vitaminkombination eingenommen hatten, ein um 34 Prozent geringeres Risiko hatten, an AMD zu erkranken. Dieser schützende Effekt zeigte sich allerdings so deutlich erst nach einer Einnahmedauer von zwei Jahren, hielt dann aber bis zum Ende der Studie an. Die Einnahme von B-Vitaminen könne also langfristig die Homocysteinwerte im Blut senken und damit einer Schädigung der Blutgefäße entgegenwirken, folgerten die Forscher. Offenbar hat dies auch positive Auswirkungen auf die Augengesundheit.

Die vorliegenden Studien bestätigen damit auch frühere Erkenntnisse; so hatten deutsche Wissenschaftler an der Universität Jena bereits nachweisen können, dass sich erhöhte Homocysteinwerte allein durch die Gabe von Vitaminen erfolgreich senken lassen. Sie hatten dazu Versuchspersonen über einen längeren Zeitraum eine als Arzneimittel zugelassene Vitaminkombination verabreicht, die hochkonzentrierte Folsäure, B6 und B12 enthielt.

Es ist leider eine Tatsache, dass die Bundesbürger deutlich zu wenig Folsäure mit der Nahrung aufnehmen. Das liegt einmal daran, dass die meisten Deutschen nicht genügend folsäurereiches Gemüse und Obst essen, zum anderen auch daran, dass Folsäure äußerst empfindlich ist und durch zu langes Lagern und Erhitzen zerstört wird. Eine zusätzliche Versorgung mit diesen B-Vitaminen kann also sinnvoll sein. Wer wissen will, wie hoch der eigene Homocysteinspiegel ist, kann dies beim Arzt messen lassen. Kassenpatienten sollten allerdings vorher klären, ob ihre Kasse diese Leistung übernimmt.

Empfehlungen für den Homocysteinwert:
Unter 8 Mikromol/Liter – kein erhöhtes Homocysteinrisiko.
Zwischen 8 und 15 Mikromol/Liter – erhöhter Homocysteinspiegel, Schädigungen der Blutgefäße sind möglich, Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt, eine Behandlung ist ratsam.
Über 15 Mikromol/Liter – Herz, Gehirn und Blutgefäße sind erheblich gefährdet, eine Behandlung erscheint unbedingt erforderlich.
brä

Weitere Informationen:
www.dgk.de

(Der Link wurde am 04.11.2009 getestet.)