Kopflausalarm: Mädchen besonders betroffen!


Pedikulose, wie die Diagnose "Kopfläuse" in der Medizinersprache heißt, gehört keineswegs der Vergangenheit an. Im Gegenteil, die Fälle nehmen sogar zu. Mit rund 1,5 Millionen den deutschen Gesundheitsämtern gemeldeten Fällen jährlich ist die Pedikulose nicht wegzudiskutieren. Die Dunkelziffer dürfte noch um etliches höher liegen. Gefährlich ist Kopflausbefall glücklicherweise nicht. Krankheiten können damit nicht übertragen werden. Aber die Betroffenen leiden unter höchst unangenehmem Kopfjucken, vom Ekel über die ungebetenen Krabbelgäste ganz zu schweigen. Außerdem können durch häufiges Kratzen am Kopf Entzündungen entstehen.

Kleine Mädchen sind davon mehr betroffen als kleine Buben. Warum? Weil sie a) meistens längere Haare haben und b) häufiger die Köpfe zusammenstecken, beispielsweise um zu kichern oder um Geheimnisse auszutauschen. Die flinken Sauger, die sich ausschließlich von menschlichem Blut ernähren, nutzen die Gelegenheit, um von einem Kopf zum anderen zu laufen. Sie sind schnelle Läufer. Fliegen oder springen – wie die Flöhe – können sie nicht. Sie lauern nicht nur auf Köpfen. Auch auf oder in Mützen, Schals, Plüschtieren, Kindersitzen, Fahrradhelmen harren sie eine Zeitlang aus, bis sie einen neuen Wirt finden. Bei Zimmertemperatur überleben sie ohne Nahrung bis zu drei Tagen. Auch auf Kopfstützen im Flugzeug, in S-Bahn und Eisenbahn, im Auto finden wir sie zuweilen. Das ist einer der Gründe, weshalb sie nach der Reisesaison vermehrt auftreten.

Vielen Eltern ist es peinlich, wenn ihre Kinder Läuse haben. Das ist ganz falsch. Kopfläuse haben rein gar nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Lausbefall kann im reinlichsten Haushalt auftreten. Werden Kinder sofort mit einem nach § 18 Infektionsschutzgesetz zugelassenen und somit von Gesundheitsämtern empfohlenen Mittel wie einem Spezialshampoo behandelt, können sie gleich am nächsten Tag wieder in die Schule bzw. in den Kindergarten gehen. Ein ärztliches Attest ist erst bei einem erneuten Befall innerhalb von vier Wochen erforderlich.

Mit normaler Kopfwäsche ist ihnen nicht beizukommen. Ertränken nützt nichts, Haarfärbemittel machen ihnen ebenfalls gar nichts aus. Am besten, man erstickt sie gnadenlos. Die Tierchen werden höchstens 3,5 mm lang. Ihre Eier, die so genannten Nissen, kleben sie mit einer wasserunlöslichen Substanz an die Haare. Sehr wohl fühlen sie sich an den Schläfen, in der Ohrenregion und im Nacken. Ihre Lebenserwartung schwankt zwischen 17 und 21 Tagen. In dieser Zeit legt eine weibliche Laus rund 300 Eier. Aus den Nissen schlüpfen Larven, die sich innerhalb weniger Tage zu geschlechtsreifen Tieren entwickeln. Die leeren Eihüllen erscheinen weiß. Es heißt also, rasch zu handeln und sie z.B. mit einem Spezialshampoo zu ersticken. Läuse atmen über ein Röhrensystem (Tracheen) mit zwölf Ausgängen. Die u.a. aus Sojaöl gewonnenen Wirkstoffe des Shampoos unterbinden den Gasaustausch und den Läusen bleibt für immer die Luft weg. Für Wäsche und Plüschtiere gibt es spezielle Waschmittel und Sprays.
Doris Losch

Informationen
www.Läuse-Polizei.de
www.mosquito-parasitenschutz.de

(Die Links wurden am 19.09.2008 getestet.)