Honigsüße „Medizin“


Honig im Kräutertee oder warmer Milch ist seit eh und je im Winter ein beliebtes Hausmittel. Außerdem gibt er Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck eine ganz besondere Geschmacksnote. Doch worauf die Vorzüge des Honigs beruhen, haben nun Wissenschaftler aus Wales und der Schweiz entschleiert. Honig enthält neben vielen anderen Inhaltsstoffen Gluconsäure, Wasserstoffperoxid und Inhibine. Die Gluconsäure sorgt für ein saures Milieu; dadurch werden viele Keime an der Vermehrung gehindert. Wasserstoffperoxid schädigt den Stoffwechsel der Krankheitserreger. Auf die antibakterielle Wirkung des "Bienensafts" weist auch das Deutsche Grüne Kreuz e.V. hin.

Inhibine sind entzündungshemmende Wirkstoffe. Und durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht der Honig den Keimen Wasser und trocknet sie aus. Bei der Wundbehandlung wird der Honig äußerlich aufgetragen; dadurch wird die Wunde luftdicht verschlossen. Mit Honig oder Salben daraus heilten schon die Ärzte im Mittelalter Wunden; heute hat die Pharmaindustrie honigimprägnierte Verbände und Bandagen entwickelt. Experten warnen jedoch bei schlecht heilenden Wunden vor Selbstversuchen, denn es ist unsicher, ob zum Beispiel der oft bei der Produktion stark erhitzte Honig aus dem Supermarkt noch ausreichend entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Honigkenner wissen ohnehin, dass unter 40 Grad kaltgeschleuderter Honig am gesündesten ist. Er wirkt am besten, wenn man ihn nicht in Tee oder Milch zu stark erhitzt, sondern die süße Köstlichkeit langsam auf der Zunge zergehen läßt. Schließlich noch ein Tipp aus der Naturkosmetik: Etwas Honig auf den Mund gestrichen, hilft im Winter gegen raue, aufgesprungene Lippen und macht sie zart und weich.
Dr. Isolde Bräckle