Dr. Dinah Murad: „Frauen haben bei Zahnpflege besseres Gesundheits- Bewusstsein!“


Die Wissenschaftlerin Dr. Dinah Murad von GlaxoSmithKline Consumer Healthcare, Bühl, stellt ihnen ein gutes Zeugnis für die Zahnpflege aus. "Ihre Zähne weisen weniger Plaque auf, also bakteriell verursachten Zahnbelag, weniger Karies, ihr Zahnfleisch ist gesünder. Sie gehen häufiger zum Zahnarzt, putzen länger und intensiver, wechseln häufiger die Zahnbürste und besitzen überhaupt das bessere Problembewusstsein."

Was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es trotzdem auch bei Frauen noch ziemlich an der richtigen Zahnpflege hapert. So besitzen nur rund zwei Prozent aller 35- bis 44jährigen Bundesbürger, egal ob männlich oder weiblich, ein plaquefreies Gebiss. Quer durch alle Lebensalter zieht sich das falsche Putzen: es wird quer geschrubbt statt senkrecht gerüttelt und gebürstet, es wird mit viel zu viel Druck geputzt und viel zu kurz. Beispielsweise drücken – gerade Frauen, die ja intensiver putzen – ihre Zahnbürste nicht selten mit einem Druck von 500 g über die Zähne. Ideal wären 150 g bis höchstens 200 g, also so viel Kraft, wie notwendig ist wie eine Orange anzuheben (oder eine Tafel Schokolade). Wieviel Druck frau ausübt, lässt sich ganz einfach feststellen: Die Zahnbürste auf eine Küchenwaage drücken und dann schauen und – meistens- staunen! Die durchschnittliche Putzdauer beträgt 80 Sekunden. Zahnärztliche Empfehlungen schwanken zwischen zwei und fünf Minuten. Vernachlässigt werden nach wie vor die Zahnzwischenräume. Der Verbrauch von Zahnseide und Interdentalbürstchen ist hierzulande noch kaum der Rede wert. Neuerdings gibt es eine spezielle Zahnbürste, die auch die Zahnzwischenräume erreicht und dies sogar bei "falschem Putzen" bzw. Schrubben.

Einen ganz wichtigen Tipp hat Dr. Dinah Murad für junge Eltern. "Bitte Schnuller und Löffelchen etc. nicht ablecken! Mit abgeleckten Schnullern und Löffelchen gelangen Kariesbakterien in den Mund der Babys." Jedes Baby kommt – was Kariesbakterien betrifft – "keimfrei" auf die Welt. Und je früher die Kariesbakterien in den Mund gelangen, desto eher entwickeln sich die Bakterien und schaffen die Voraussetzungen für spätere Karies. "Je später die Bakterien in den Mund kommen, desto entwickelter und widerstandsfähiger ist die Mundflora des Kindes." Und wird somit besser mit den Eindringlingen fertig, die zu kariösen und kaputten Zähnen führen.

Übrigens – Hildegard von Bingen empfahl, wundes Zahnfleisch mit Wein und warmer Asche verbrannter Weinreben einzureiben…

Text: Doris Losch

Bild: Dr. Dinah Murad