Weihnachtsgeschenke mit Knalleffekt


Das Knallen einer Spielzeugpistole bringt es zum Beispiel auf über 180 Dezibel und ist damit lauter als der Lärm eines Düsenjets.
Hörforscher der Giessener Universitätsklinik testeten die Schallpegel von handelsüblichen Spielzeugpistolen. Gemessen wurde der Schalldruck in Ohrnähe, wo bei fast jeder Pistole Schallspitzen jenseits von 180 Dezibel ermittelt wurden. Alarmierend wenn man weiß, dass die Knallpegel von getesteten echten Pistolen und Gewehren um bis zu 20 Dezibel niedriger lagen als die der Kinderpistolen.
Bei einer Studie zur Hörfähigkeit junger Erwachsener wurden bei 60 Prozent der Untersuchten Hörschäden ermittelt, die meisten davon einseitig und damit unverkennbar die Folge eines schon in der Kindheit erlebten Knalltraumas. Dazu Prof. Eckard Hoffmann vom Studiengang Hörakustik an der Fachhochschule Aalen: "Eltern sollten beim Kauf von Spielzeug den Selbsttest machen und die Quietschente oder das Musikinstrument ans Ohr halten. Wenn es schon ihnen unangenehm laut ist, eignet es sich garantiert nicht für ihre Kinder." Machte man Disco und vor allem laute Musik bisher für die Hörschäden bei Jugendlichen verantwortlich, steht für Prof. Hoffmann fest, dass viele Hörprobleme bis ins Kinderzimmer zurückreichen. Wird die Hörminderung nicht rechtzeitig erkannt, lassen die Leistungen in Schule und Ausbildung nach. Prof. Hoffmann sieht in erster Linie den Gesetzgeber gefordert, der die EU-Spielzeugnorm von 125 Dezibel senken sollte, aber auch die Eltern der kleinen Cowboys oder Jazztrompeter.
Dr. Isolde Bräckle