Weltfrauentag: Frauenministerin Müller plädierte für „Lang erkämpfte Freiheiten“ zu bewahren

„Gerade Frauen sollen möglichst gut aussehen, fit sein und eine gute Figur machen. Fotos und Berichte von äußerlich scheinbar makellosen Menschen geben hier immer häufiger die Richtung vor. In Zeiten, wo jedes Bild unbegrenzt bearbeitet werden kann, müssen wir das umso kritischer hinterfragen. Vor 100 Jahren haben sich Frauen von dem äußeren Korsett befreit. Wir dürfen jetzt nicht ein neues inneres Korsett der Perfektion, ewigen Jugend und Fitness anlegen. Ich finde es auch nicht erstrebenswert, in einer durchnormierten Gesellschaft zu leben. Wir Menschen sind individuell und das dürfen wir auch zeigen.“

Unter dem Motto ‚Unser Körper – frei für neue Zwänge?‘ diskutierte die Ministerin gemeinsam mit Prof. Dr. Paula-Irene Villa von der Ludwig-Maximilian-Universität in einer hochkarätig besetzten Runde, an der auch die ehemalige Profisportlerin Dr. Christine Theiss teilnahm, über Vorteile und Risiken des neuen Körperbewusstseins.

Prof. Villa ergänzte: „Menschen können aufgrund ihrer sozialen Natur beziehungsweise ihrer natürlichen Sozialität den eigenen Körper gestalten. Gerade Frauen haben sich in diesem Bereich wichtige Freiheiten und Gestaltungsoptionen erkämpft. Doch bergen neue Sichtbarkeiten auch neue Zwänge. Daher gilt es, uns alle und die Gesellschaft für die Ambivalenz von Körpergestaltungen zu sensibilisieren.“
(Quelle: Bayerisches Familienministerium)

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Titelbild: Die Diskussionsteilnehmerinnen (v. l.): Ulrike Ostner, Marion Kolb, Prof. Dr. Paula-Irene Villa, Magda Albrecht, Staatsministerin Emilia Müller, Dr. med. Marita Eisenmann-Klein, Dr. Christine Theiss. Foto: © StMAS