KDFB: Kein kleiner, sondern ein großer Unterschied!

„Wenn zwei Drittel der Frauen in Teilzeit arbeiten, weil fast nur sie Care-Arbeiten übernehmen, Kinder erziehen, alte und kranke Familienmitglieder pflegen, dann erhalten sie diese Quittung: zuerst ein vergleichsweise niedrigeres Einkommen, dann häufig eine so niedrige Rente, dass sie in die Altersarmut abrutschen,“ bedauert Elfriede Schießleder. Die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes startet heute, Dienstag, eine Aktion des KDFB zum Internationalen Frauentag 2017. Am Mittwoch heißt es dann „Mann und Frau – Kein kleiner, sondern ein großer Unterschied!“

Ziel der Aktion: Möglichst vielen Menschen soll klar gemacht werden: Gleichstellungsfragen sind keineswegs obsolet, im Gegenteil: Sie sind leider nach wie vor aktuell. Ein Viertel weniger Lohn im Geldbeutel und nur etwa halb so viel Rente wie Männer. Für die Frauenverbände in Bayern und Deutschland, für Politik und Arbeitgeber bleibt angesichts dieser Zahlen noch sehr viel zu tun! Wer heute und morgen in München und Nürnberg im öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, dem wird mit einer Animation an Haltestellen und in Fahrzeugen vor Augen geführt, welche großen Unterschiede in Männer- und Frauen-Erwerbsarbeit zu 24 Prozent Lohnlücke und 42 Prozent Rentenlücke führen.

Immer mehr Frauen sind berufstätig, aber leider oft unter schlechten Bedingungen. Sie erhalten niedrige Löhne, arbeiten unfreiwillig in Teilzeit, haben befristete Arbeitsverhältnisse oder einen Minijob. Oft reicht der Job nicht zum Leben, besonders wenn die Frau die alleinige Ernährerin der Familie ist. Die eigenständige Existenzsicherung von Frauen muss nach Ansicht von Schießleder Priorität haben, denn damit verbunden sind immer auch die Alterssicherung sowie das Risiko der Altersarmut.

Vielen Frauen und Männern wäre geholfen, wenn es eine flexiblere Arbeitswelt mit mehr Arbeitszeitoptionen ohne die Folge beruflicher Nachteile geben würde. „Wenn sich Arbeitszeiten am Lebensverlauf der Erwerbstätigen orientieren würden, wäre es für Frauen und Männern gleichermaßen möglich, Fürsorgeaufgaben zu übernehmen“, meint Schießleder.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass seit der Entstehung des Internationalen Frauentages 1911, seit der Einführung des Grundgesetzes 1949 und seit dem Ersten Gleichstellungsbericht 2011 Frauen immer noch für gleiche Rechte, Chancen und Löhne kämpfen müssten, so Schießleder.

Am Internationalen Frauentag bringen Frauenverbände wie der KDFB öffentlich zur Sprache, dass Frauenrechte und Gleichstellung in vielen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens noch nicht erreicht sind. Sie machen auf soziale Probleme und Missstände in der Gesellschaft aufmerksam und fordern von Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die im Grundgesetz festgeschriebene Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu verwirklichen. „Wir sind vielleicht gleich berechtigt, aber von einer echten Gleichstellung sind wir weit entfernt“, so Schießleder
Autorin: Ulrike Müller-Münch

Weitere Informationen:
www.frauenbund-bayern.de

Titelbild: Aktionsplakat Foto: © KDFB