Ballettchefin Marcia Haydée mit Großer Staufermedaille in Gold geehrt


Anlässlich ihres 70. Geburtstages überreichte Baden-Württembergs Ministerpräsident, Günther H. Oettinger, der Stuttgarter Ballettchefin die Große Staufermedaille in Gold.

Bei der Überreichung im Rahmen eines Empfanges im Restaurant „Plenum“ in Stuttgart am 21. April 2007 im Anschluss an die Galavorstellung im Württembergischen Staatstheater würdigte der Regierungschef Haydées langjähriges herausragendes Engagement im kulturellen Bereich. „Marcia Haydée hat sich als Primaballerina, Choreographin und Stuttgarter Ballettchefin bleibende Verdienste um das Land Baden-Württemberg erworben. Sie ist weltweit eine großartige Botschafterin des Landes Baden-Württemberg“, erklärte der Ministerpräsident.

1961 verpflichtete John Cranko Marcia Haydée für das Stuttgarter Ballett. Bereits ein Jahr später wurde Haydée gefeierte Primaballerina. In den Jahrzehnten ihrer außergewöhnlichen Karriere habe sie sich zu einer der bedeutendsten Tänzerinnen der Nachkriegszeit entwickelt, die das Publikum in der ganzen Welt durch ihre tänzerische und dramatische Ausdruckskraft zu Begeisterungsstürmen hingerissen habe, hob der Ministerpräsident hervor. Unvergesslich blieben ihre Aufführungen aller großen Ballerinenrollen, wie Romeo und Julia, Giselle, Schwanensee, Nussknacker, Dornröschen, und die von Cranko für sie geschaffenen Ballette Onegin, Der Widerspenstigen Zähmung und Carmen. Nur mit Marcia Haydée an der Spitze des Stuttgarter Balletts seien die großartigen Erfolge auf Gastspielreisen in den USA, in Russland, Japan, England, Australien, Israel, Frankreich, China, Argentinien oder Brasilien möglich gewesen.

Nach dem Tod von John Cranko hat Marcia Haydée trotz verlockender Angebote aus der ganzen Welt den Württembergischen Staatstheatern die Treue gehalten. 1976 ist sie Direktorin des Balletts der Württembergischen Staatstheater geworden und erste Solistin des Balletts geblieben. Mit ihrer erfolgreichen Dornröschen-Inszenierung hat für sie 1987 eine neue Karriere als Choreographin begonnen. „Ihr Amt als Stuttgarter Ballettdirektorin gab Marcia Haydée zum Ende der Spielzeit 1996 auf. Ihre Verbindung und Liebe zu Stuttgart hat sie aber nie verloren“, betonte Oettinger. „Tanz ist ihr Leben und so kehrte Marcia Haydée bald wieder auf die Bühne zurück.“

Marcia Haydée ist 1998 in La Sylphide als Wahrsagerin Madge erneut auf die Bühne des Württembergischen Staatstheaters getreten. Auf Einladung von Reid Anderson hat 1998 während der New Yorker Tournee des Stuttgarter Balletts drei umjubelte Darbietungen als Lady Capulet in Romeo und Julia gegeben. 2004 übernahm Haydée die Leitung des Ballett de Santiago de Chile, mit dem sie im Januar diesen Jahres in verschiedenen Städten Deutschlands, darunter auch in Ludwigsburg, auftrat. „Marcia Haydée wurde nicht umsonst ’Mutter der Compagnie’ genannt. Sie lebt für ihre Tänzer und für den Tanz. Noch immer liegt ihr das Publikum zu Füßen und weltweit ist der Name Marcia Haydée mit dem Phänomen des ‘Stuttgarter Ballettwunders’ verbunden“, unterstrich der Ministerpräsident.

Quelle: Text und Foto: Baden-Württembergisches Staatsministerium