SPK-Berlin: Berliner Wissenschaftlerin Verena Lepper erhält 1,5 Millionen Euro ERC Starting Grant

Ihr stehen nun für ihr Forschungsvorhaben „Localizing 4000 Years of Cultural History. Texts and Scripts from Elephantine Island in Egypt“ in den kommenden fünf Jahren insgesamt 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Lepper ist seit 2008 Kuratorin für Ägyptische und Orientalische Papyri am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, wo auch ihr Forschungsprojekt angesiedelt ist.

Ziel des Forschungsvorhabens von Verena Lepper ist es, die 4000 Jahre umspannende Kulturgeschichte der ägyptischen Nilinsel Elephantine zu untersuchen. Kaum eine andere ägyptische Siedlung ist so gut dokumentiert: Zahlreiche Schriftzeugnisse aus der Zeit vom Alten Reich bis nach der arabischen Eroberung haben sich bis heute erhalten. Sie sind unter anderem aufgrund der multiethnischen und multireligiösen Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung in rund zehn unterschiedlichen Sprachen und Schriften abgefasst, darunter Hieroglyphen, Hieratisch, Demotisch, Aramäisch, Griechisch, Koptisch und Arabisch. Diese mehrere Tausend Papyri und Manuskripte aus Elephantine werden heute in über 60 Einrichtungen in und außerhalb Europas bewahrt. Rund 80 Prozent davon sind noch nicht erforscht und publiziert.

Verena Lepper beherrscht 15 Sprachen, darunter all jene, in denen auf Elephantine Texte verfasst wurden. Die 1973 geborene Rheinländerin studierte in Bonn, Köln, Tübingen und Oxford (UK) Ägyptologie, Semitistik und Christliche Orientalistik und absolvierte ihr Promotionsstudium in Ägyptologie und Semitistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und an der Universität Harvard (USA). Vor ihrer Tätigkeit als Kuratorin am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung war sie unter anderem als Postdoctoral Fellow in Harvard tätig. Seit 2011 lehrt sie an der Freien Universität Berlin Ägyptologie; an der Humboldt-Universität zu Berlin hat sie seit 2013 eine Honorarprofessur inne.

Dank des ERC Starting Grant kann Verena Lepper nun mit einem Team von 10 Mitarbeitern die Elephantine-Forschungen weiter treiben. Als „hosting institution“ hat sie dabei die SPK mit ihrem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung gewählt. Dort befindet sich, neben dem Louvre in Paris, dem Brooklyn Museum in New York und dem Ägyptischen Museum in Kairo, die weltweit größte Sammlung von Papyri aus Elephantine. Die Schriftstücke, die zwischen 1906 und 1908 nach Berlin kamen, sind zum großen Teil noch nicht erschlossen und in den wenigsten Fällen erforscht.

Weitere Informationen:
www.preussischer-kulturbesitz.de
www.eubuero.de

Titelbild: Prof. Dr. Verena Lepper, Kuratorin für Ägyptische und Orientalische Papyri am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Foto: Cynthia Rühmekorf