Uni Würzburg: ERC Grant für Katrin Paeschke

Im Mittelpunkt von Dr. Katrin Paeschkes Forschung steht eine außergewöhnliche Faltung der DNS, die auch im menschlichen Erbgut zu finden ist. Paeschke interessiert sich für den Einfluss dieser Struktur auf die Stabilität des Genoms. „Es wird diskutiert, dass diese Strukturen sowohl einen positiven Einfluss auf unser Erbmaterial haben, aber durch ihre Stabilität auch Schäden in unserem Erbmaterial hervorrufen, was beispielsweise in Krebs oder anderen genetischen Krankheiten beobachtet wird“, sagt die Wissenschaftlerin.

In Zukunft kann Paeschke ihre Forschung intensivieren: In Anerkennung ihrer bisherigen Arbeit hat ihr der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) einen ERC Starting Grant für Nachwuchswissenschaftler, dotiert mit rund 1,5 Millionen Euro, zugesprochen. Die Laufzeit dieser Förderung beträgt fünf Jahre.

In Würzburg arbeitet Katrin Paeschke seit gut drei Jahren. Mit einem Stipendium aus dem Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro ausgestattet, wechselte sie im Februar 2012 von der Universität Princeton (USA) an das Biozentrum der Universität Würzburg und hat dort am Lehrstuhl für Biochemie ihre eigene Forschungsgruppe etabliert.

Das Erbgut der Bäckerhefe im Visier
Am Beispiel der Bäckerhefe konzentriert sich die Wissenschaftlerin vor allem auf die DNS-Replikation, also den Vorgang, in dem die Erbinformation verdoppelt wird. Da es in vielen Krebszellen vor allem während dieser Phase zu Fehlregulationen kommt, ist die Bildung von G-quadruplex-Strukturen hier besonders wichtig: Sie halten den Vorgang auf und verlangsamen so das Zellwachstum, was ein gewünschter Effekt in der Krebstherapie ist.

Der Schritt von der Bäckerhefe zum Menschen sei nicht so weit, wie man vermuten könne, da viele Prozesse, Funktionen und der Aufbau der Zelle von Mensch und Hefe übereinstimmten, erklärt Paeschke. Die Erkenntnisse über Prozesse in der Hefe ließen sich deshalb gut übertragen. Darüber hinaus besitze die Forschung am Hefe-Erbgut eine Reihe von Vorteilen: Das Genom der Hefe sei einfach und effizient manipulierbar, die Arbeit sei kostengünstig und ethisch unbedenklich.

Über Katrin Paeschke: Die Forscherin (Jahrgang 1979) ist in Monheim am Rhein aufgewachsen. Von 1999 bis 2001 absolvierte sie an der Universität Bonn das Grundstudium der Biologie und wechselte dann für ihr Hauptstudium zur Biochemie. Für ihr Promotionsstudium ging sie an das Institut für Zellbiologie der Universität Witten/Herdecke. 2006 wurde sie mit einer Arbeit über „The in vivo regulation of the telomere complex“ promoviert. Von März 2007 bis zu ihrem Wechsel nach Würzburg 2012 forschte sie als Postdoc am Institut für Molekularbiologie der Universität Princeton (USA).
(Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

Weitere Informationen:
www.uni-wuerzburg.de/fuer/studierende/zsb

Titelbild: Knäuel im Genom: Dafür interessiert sich Katrin Paeschke. (Foto privat)