ZDF-Redaktion „ML mona lisa“ ehrte Auma Obama – Verleihung des zehnten „Prix Courage“ in München

Lesesonntag: Auma Obama erhält die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung für die Arbeit mit ihrer Stiftung "Sauti Kuu" (übersetzt: "Starke Stimmen"), die sich für kenianische Kinder und Jugendliche einsetzt. Die Stiftungsgründerin und ihr Team holen Heranwachsende aus den Slums von Nairobi und geben ihnen mit Bildung, Sport und Freizeitgestaltung Hilfestellung, Perspektiven für ihr Leben zu schaffen. "Ich fühle mich sehr geehrt, jetzt zu einer Familie von starken Frauen zu gehören, die verstehen, dass Kinder und Jugendliche wirklich unsere Zukunft sind. Sie zeigen in ihrer Arbeit, dass es notwendig ist, sie zu unterstützen und zu fördern. Nur so kann unsere Welt ein besserer Ort für alle werden", so Auma Obama über ihren Preis.

Sibylle Bassler, ML-Redaktionsleiterin: "Auma Obama kämpft leidenschaftlich mit Charisma, Würde und unglaublicher Stärke für ihre Sache. Sie ist eine der besten und fortschrittlichen Botschafterinnen des afrikanischen Kontinents. Deshalb gebührt ihr die Anerkennung."

Schauspieler Friedrich von Thun hielt die Laudatio. Für den musikalischen Rahmen sorgten Patrica Kaas, das Percussion-Duo Peter Fleckenstein & Quirin Reichl sowie das Trio Acoustic. Viele Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur waren in die Allerheiligen-Hofkirche in München gekommen, darunter Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, Oberbürgermeister und Schirmherr Dieter Reiter sowie alle bisherigen Preisträgerinnen des "Prix Courage".

Bildtext: Zehnte Verleihung des Prix Courage 2014 an Auma Obama am 15. Oktober 2014. Foto: ZDF/ Astrid Schmidhuber

 

Auma Obama – Preisträgerin "Frau des Jahres 2013"
Initiatorin und Vorstandsvorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeprojekts "Sauti Kuu"

"Wir sind eine Welt und im Grunde brauchen wir einander", sagt Auma Obama. Als Initiatorin der Stiftung "Sauti Kuu – Starke Stimmen für eine starke Jugend" engagiert sie sich für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt, besonders aber in ihrer Heimat Kenia.

Die Organisation "Sauti Kuu" versucht, für Jugendliche und Kinder Perspektiven vor Ort zu schaffen. Mit Bildung, Sport und Freizeitgestaltung soll all jenen Hilfestellung gegeben werden, die es alleine nicht schaffen, die Herausforderungen ihres Lebens zu bewältigen. In Zeiten wie diesen, wo viele Flüchtlingskinder die Orientierung und Familiengemeinschaft verlieren, erhält die Problematik eine noch größere Brisanz. Seit 2013 ist das Jugendhilfeprojekt nicht zuletzt deshalb auch in Deutschland aktiv. Auma Obama sucht Ausbildungsplätze in Europa, um Jugendlichen aus Kenia die Chance zu geben, eine Lehre zu machen, oder ihnen beizubringen, wie sie ihr Land in der Heimat bewirtschaften können. Im Anschluss kehren die jungen KenianerInnen wieder zurück in ihre Heimat, um ihr Wissen dort anzuwenden beziehungsweise weiterzugeben. So können sie helfen, die Entwicklung und den Fortbestand ihres Heimatlandes zu sichern. "Es sind die Besten, die unseren Kontinent Afrika verlassen. Wir brauchen diese Menschen hier, deshalb müssen wir alles dafür tun, dass sie in ihrer Heimat bleiben können und das Land stärken und unterstützen", so das Credo von Auma Obama.

Was Auma Obama zuwider ist, sind Almosen von oben herab: "Früher hat man den Leuten Fisch gegeben, Hilfe gegeben. Dann hat man gesagt, nein, man soll den Leuten beibringen zu fischen. Hilfe zur Selbsthilfe also. Und ich sage immer, nein, nicht Fisch geben, nicht beibringen zu fischen, einfach fragen, ob wir Fisch essen."

Entwicklungshilfe bedeutet für Auma und ihr Jugend-Projekt ein Geben und Nehmen, einen Austausch auf Augenhöhe. Denn ihr Land, seine Menschen, hätten viel zu geben, an Kraft, an Ideen, an Visionen einer zukünftigen Welt. "Es gibt tausende von Leuten, die so sind wie ich, die aus Afrika kommen. Und wir haben viel beizutragen und können auch viel mitreden. Man muss uns nur eine Plattform geben", sagt Auma Obama.

 

Bildtext: Zehnte Verleihung des Prix Courage 2013 an Auma Obama. (v.l.): Sibylle Bassler, Fritz von Thun, Auma Obama 15. Oktober 2014 Foto: ZDF/ Astrid Schmidhuber

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Titelbild (v.l.): Sibylle Bassler und Auma Obama. Foto: ©ZDF/Astrid Schmidhuber