München: Zum Tode der Schwabinger Gisela

Gisela Dialer-Jonas, 1929 in Moers am Rhein geboren, kam 1949 nach München und eröffnete 1952 als jüngste Wirtin Deutschlands ihre berühmt-berüchtigte Kneipe „Bei Gisela“. Dort wurde die „Schwabinger Gisela“ zu einer Münchner Institution, die in den Fünfziger- und Sechzigerjahren Verehrer aus aller Welt in ihr kleines Nachtlokal lockte und mit ihren frivolen Chansons die Tugendwächter der damaligen Zeit auf den Plan rief. In ihrer Autobiographie „Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter“ lässt die Schwabinger Gisela ihr aufregendes Leben und ein wunderbares Stück Münchner Stadtgeschichte Revue passieren. Mit einem Vorwort von Oberbürgermeister Christian Ude.

Sie wollte Tänzerin oder Rennfahrerin werden, arbeitete an einer Tankstelle in Frankfurt und als Zimmermädchen in Prien am Chiemsee. Ihre eigentliche Berufung aber fand Gisela Dialer als Wirtin und Sängerin im Münchner Stadtteil Schwabing. Kess, elegant und ein klein bisschen frivol – ihre Kneipe „Bei Gisela“, die sie mit nur 23 Jahren eröffnete, war nicht nur ein Künstlerlokal sondern auch eine Nachtbar. Jeden Abend betrat die Wirtin Gisela Dialer die Bühne ihres kleinen Lokals neben der krummen Schwabinger Laterne und sang mit ihrer dunklen, verruchten Stimme von Liebe und Leid, von Träumen und Verzweiflung. Das Lied „Die Schwabinger Laterne“ wurde zu ihrem Markenzeichen, mit dem Chanson „Aber der Nowak lässt mich nicht verkommen“ wurde sie zur Berühmtheit Schwabings in den Fünfziger- und Sechzigerjahren – alle wollten sie hören: Studenten und Künstler, Literaten und Sänger, Politiker und Prominente wie Prinzessin Soraya und Franz Josef Strauß, Erich Kästner und Kirk Douglas, der sich sogar ihr Auto auslieh. Denn für sie alle war die Schwabinger Gisela, wie Christian Ude es in seinem Vorwort trefflich beschreibt, eine „poetische Institution in der Occamstraße“. Charmant erzählt die Schwabinger Gisela aus ihrem bewegten Leben und einer Zeit, die das Flair des berühmten Münchner Stadtteils Schwabing bis heute beeinflusst.

Gisela Dialer-Jonas, 1929 in Moers am Rhein geboren, kam 1949 nach München und arbeitete als Tellerwäscherin, Barfrau und Sängerin in Schwabinger Lokalen. 1952 eröffnete sie als jüngste Wirtin Deutschlands ihre berühmt-berüchtigte Kneipe „Bei Gisela“. In den Achtzigern führte sie mit Konstantin Wecker das „Café Giesing“. Zuletzt lebte sie zurückgezogen in München. Zu ihrem 75. Geburtstag wurde sie für ihr Lebenswerk mit der Medaille „München leuchtet“ geehrt. Waltraud Volger ist seit vielen Jahren Freundin und Vertraute der Autorin und zeichnete ihre Lebenserinnerungen auf.
(Quelle: Pressemitteilung LangenMüller/Herbig Verlag)

Dialer, Gisela/Volger, Waltraud, Schwabinger Gisela – Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter. Aufgezeichnet von Waltraud Volger. Mit einer Einleitung von Christian Ude. 1. Auflage 2008, 208 Seiten. 19,99 Euro. ISBN: 978-3-7844-3143-7, erschienen bei LangenMüller, München.

Weitere Informationen: 
www.herbig.net

Titelbild: Buchtitel: Gisela/Volger, Waltraud, Schwabinger Gisela – Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter.

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