L-Oreal-UNESCO: For Women in Science-Award verliehen


Frauen sind auf dem Vormarsch. Sie studieren Fächer, die früher hauptsächlich von Männern belegt wurden. Sie fühlen sich in führenden Positionen sicher und tragen gern Verantwortung für weitreichende Entscheidungen. Dennoch: Gerade in der Forschung ist ihr Anteil immer noch sehr gering.

Umso wichtiger ist es, dass gerade junge Forscherinnen den Mut aufbringen und einen Weg nach ganz oben in die Wissenschaft einzuschlagen. Vorbilder können auf diesem Weg emotionale Unterstützung geben und den Forschungsnachwuchs ermutigen, ihren Karriereweg konsequent fortzuführen.

Seit 15 Jahren engagieren sich die UNESCO und L’Oréal gemeinsam, um Frauen in der Wissenschaft zu fördern. Durch die Partnerschaft soll die Exzellenz in der Forschung vorangetrieben werden, denn die Wissenschaft kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial von hochqualifizierten Frauen zu verzichten. „For Women in Science“ hat sich zu einem weltweiten Programm entwickelt. Inzwischen besteht ein Netzwerk aus 1300 Frauen in 106 Ländern.

In diesem Jahr wurden erneut fünf Wissenschaftlerinnen mit dem L’ORÉAL-UNESCO For Women in Science-Preis und einem damit verbundenen Preisgeld von jeweils 100.000 US Dollar ausgezeichnet. Sie arbeiten an wissenschaftlichen Themen, die zum besseren Verständnis des Klimawandels beitragen, zu neuen Forschungsansätzen in der Medizin führen und bei der Findung erneuerbarer Energien helfen können.

Die Preisverleihung fand in der Sorbonne-Universität in Paris statt. Seit der Gründung des Programms haben 77 Forscherinnen die Auszeichnung erhalten, zwei von ihnen sind inzwischen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Die diesjährigen Preisträgerinnen sind:
Professor Francisca Nneka OKEKE, Professorin der Physik an der Universität von Nigeria (Nsukka), Nigeria. “Für ihren Beitrag zur Erforschung von „Ionenflüssen“ in der oberen Erdatmosphäre. Globale Herausforderungen, wie der Klimawandel werden durch Professor Okekes Forschungsergebnisse besser verstanden.“

Professor Reiko KURODA, Professorin am “Research Institute for Science and Technology” Tokio, Japan. “Für die Entdeckung des funktionalen Unterschiedes zwischen rechtshändigen und linkshändigen Molekülen. Ihre Forschung trägt dazu bei, zu erkennen, wie einzelne Proteine, bestimmte Strukturen annehmen. Erkrankungen wie Alzheimer können dadurch besser verstanden werden. “

Professor Pratibha GAI, Professorin für Elektronenmikroskopie und Direktorin des York JEOL Nanocentre, Großbritannien: “Durch Veränderungen an ihrem Elektronenmikroskop, hat sie die Möglichkeit geschaffen, chemische Reaktionen von Katalysatoren auf der Oberfläche von Atomen beobachten zu können. Diese Weiterentwicklung kann Wissenschaftlern bei der Erforschung neuer Medikamente und Energiequellen helfen. “

Professor Marcia BARBOSA, Professorin und Direktorin des Lehrstuhls für Physik an der Universität von Rio Grande Do Sul , Basilien. “Für die Entdeckung ungewöhnlicher Eigenschaften von Wasser, die enorme Auswirkungen auf das Verständnis einer Vielzahl von Naturphänomenen haben.“

Professor Deborah JIN, Mitglied des JILA, Adjoint Professor des Physics Departments der Universität von Colorado“, USA. “ Für das Studium ultra-kalter Moleküle, mit dem sie zur Entwicklung von Präzisionsmessgeräten und neuen Methoden in der Quanten-Computerwissenschaft beiträgt. Molekulare Prozesse in der Medizin und Energiebranche werden durch Prof. Jins Forschung vorangetrieben.“

Das internationale Programm hat seit einigen Jahren auch regionale und nationale Pfeiler. Es wird mittlerweise in 47 Ländern durchgeführt. In Deutschland richtet sich das Programm an hochtalentierte Doktorandinnen der Naturwissenschaften mit Kindern, da hierzulande die Familiengründung häufig zur Unterbrechung oder zum Abbruch einer vielversprechenden Karriere führt.

Weitere Informationen:
www.forwomeninscience.com
(Der Link wurde am 17.05.2013 getestet.)

Bildtext: Gruppenfoto von der Preisverleihung. Neben den fünf Preisträgerinnen befindet sich der Geschäftsführer von L’Oréal, Jean-Paul Agon, und Irina Bokova General Director der UNESCO. Foto: © For Women in Science 2013