Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel: „Ich war nie eine Quotenfrau!“


Anlass war der Internationale Frauentag, zu dem Augsburgs OB Dr. Kurt Gribl Frauen aus Kultur, Wissenschaft und Kommunalpolitik sowie Medien am 7. März 2013 in den Goldenen Saal des Augsburger Rathaus geladen hatte.

In ihrer Festrede berichtete Frau Doering-Manteuffel über die Chancen und Barrieren für Frauen auf dem Weg in Spitzenpositionen. Dort wurde sie nie als Quotenfrau gehandelt. Ihre Empfehlung: Basis allen Handels ist es, sich genau zu überlegen, ob man das kann, was man anstrebt. Wichtig ist eine frühe Einübung in Ämter und Positionen. „Das habe ich schon als Redakteurin einer Schülerzeitung, als Schülersprecherin und später als Frauenbeauftragte gelernt, habe mir dabei auch so manchen Ärger eingehandelt“, räumte die Festrednerin schmunzelnd ein.

Neben Konfliktresistenz dürfe man keine Empfindlichkeiten zeigen, vor allem im politischen Bereich nicht, zumal dort die „Außenwahrnehmung oft nicht mit den realen Verhältnissen übereinstimmt“. Kompetenz, Qualifikation, Selbstbewusstsein und Stabilität sind vor allem bei den Themen Stellenbesetzung und Gehalt gefragt. Hier mache es auch keinen Sinn, sich kokett zu verhalten oder aber die Opferhaltung bei Arbeitsverteilung einzunehmen. „Man darf sich nicht anbieten, alle Arbeiten zu übernehmen – die Folge ist nur, dass die anderen mehr Zeit haben, sonst nichts …“.

Die notwendigen Veränderungen, um Gleichstellung von Frauen und Männer in Beruf und Familie zu erreichen, kann nicht allein den Frauen überlassen bleiben. Vielmehr ist es an der Zeit, so die Professorin, dass Männer über sich reflektieren. Das sei ein weites Feld, denn die Neuverteilung der Rollen, die Frauen und Männer übernehmen sollen, müssen so antrainiert werden, das sie in den Familien auch funktionieren. Immerhin ein Vorgang, der sich nur allmählich und über Generationen hinweg erstrecken kann.

Anita Conradi, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Augsburg, rief zusammen mit Barbara Emrich im Jahr 2001 das jährliche Treffen zum Internationalen Frauentag ins Leben. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren einiges für die Gleichstellung von Frauen verbessert. Doch noch immer erhalten Frauen weniger Rente und weniger Gehalt als Männer, Alleinerziehende sind in Beruf und Familie überfordert und auch häusliche Gewalt ist bei uns in Deutschland ein Thema. Der Augsburger Arbeitskreis Alleinerziehende will Ratsuchenden Mut machen, einen Wandel etwa bei familienfreundlichen Arbeitsbedingungen in Wirtschafts- und Technikunternehmen herbeiführen.
(Brigitte Karch)

Weitere Informationen:
www.augsburg.de
(Der Link wurde am 08.03.2013 getestet.)

Bildtext: Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel und Oberbürgermeister von Augsburg, Dr. Kurt Gribl. Foto: Brigitte Karch