Frauenmuseum: Anastasiya Nesterova erhält Rothe Preis 2012


Nesterovas graphisches Werk zeigt einen hohen Grad an technischer Perfektion und überzeugt durch das Wechselspiel von Motiven aus der deutschen Schwerindustrie, den Hinterlassenschaften der sowjetischen Planwirtschaft und fremden Landschaften. Dabei setzt die Künstlerin durchaus heitere Akzente – vor allem in der Farbgebung erinnert ihr Werk an die Ästhetik der 50er Jahre.

Den zweiten Preis (600 Euro) erhält Susanna Neunast. Die Kölnerin übermalt puristische Schwarz-Weiß-Fotografien von Wasserspiegelungen und schafft damit eine zusätzliche Ebene und Tiefe. Die Künstlerin spielt raffiniert und trickreich mit Spiegelungen und schafft so ein „Oben, unten – auf den Kopf gestellt“. Ihre Arbeiten überzeugen durch filigrane Leichtigkeit und haben eine beinahe meditative Wirkung auf den Betrachter.

Über den dritten Preis freut sich Nanako Shikata (400 Euro). Die Japanerin, vertreten durch die Berliner Galerie Michaela Helfrich, zeigt eine großformatige Kohlezeichnung „Unterwegs“, die spürbare Wurzeln in der japanischen Kunst hat. Der im Verhältnis überdimensionierte Wald steht in starkem Kontrast zu einer kleinen Bahn – das romantische Motiv entfaltet eine Sogwirkung, die Dynamik des Himmels korrespondiert beeindruckend mit dem kindlichen, geradezu märchenhaft Geheimnisvollen.

Weitere Informationen:
www.frauenmuseum.de
(Der Link wurde am 29.11.2012 getestet.)

Bildunterschrift: Anastasiya Nesterova Reproduktion Wagenburg (Farbholzschnitt, 2012, 80×60 cm)