Fred Vargas erhält Europäischen Preis für Kriminalliteratur 2012


Fred Vargas lebt in Paris und wird mit ihren sehr erfolgreichen Kommissar-Adamsberg-Kriminalromanen weltweit verlegt und hat auch in Deutschland eine große Fangemeinde. Der Name klingt spanisch – und männlich. Aber Fred Vargas kommt aus Frankreich und ist eine Frau.

Fred Vargas ist nur das Pseudonym der gelernten Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin Frédérique Audoin-Rouzeau. Zu ihrem eigenen Amusement begann sie in den Sommerferien damit, Kriminalromane zu schreiben. Im Hauptberuf war sie Spezialistin für mittelalterliche Funde von Tierknochen, für Flöhe und die Pest an einem Pariser Forschungsinstitut.

Der Name von Fred Vargas bekanntestem Helden klingt: deutsch. Adamsberg. Jean-Baptiste Adamsberg. Der Kommissar im 13. Pariser Arrondissement ist eine typische Vargas-Figur: Liebenswert, aber auch skurill. Adamsberg löst seine Fälle langsam und mit Intuition. Dass andere durch Nachdenken zu Ergebnissen kommen, kann er gar nicht begreifen. Mit Hilfe von Adamsbergs versponnenem Charme hat Fred Vargas sich in ganz Europa und weltweit eine riesige Fangemeinde erschrieben. Und das, nachdem sie anfangs keinen Verlag für ihre Romane fand. Zu schräg für den Kriminalroman, hieß es.

Tatsächlich wimmeln die verschiedenen Krimireihen der Fred Vargas von schrägen Gestalten, ihre Ermittler und deren Helfer verfügen über zum Teil bizarres Fachwissen, und ihre Geschichten stecken voller mythischer, beinahe magischer Bezüge. Nur eins erlaubt Fred Vargas dem Panoptikum ihrer Polizeiromane nicht: Politisch zu werden. Ungewöhnlich für eine Krimiautorin, doch Vargas hält es mit dem französischen Schriftsteller Stendhal, der behauptete: "Die Politik ist der Mühlstein am Hals der Literatur".

Fred Vargas – sie und ihre Figuren sind nicht ganz von dieser Welt. Aber sie eröffnet ihren Lesern ein fantastisches Krimi-Universum.

Weitere Informationen:
www.aufbau-verlag.de

(Der Link wurde am 11.11.2012 getestet.)

Bildunterschrift: Preisträgerin Fred Vargas. Foto: © Louise Oligny