SWR: Kessler-Zwillinge: „Frauenbewegung brauchten wir nicht“


"Wir, wir, wir. Das Leben in Wir-Form. Das war und das ist unser Leben", erzählt lachend Alice Kessler. Bei uns hat die eine immer auf die andere aufgepasst", so ihre Schwester Ellen, "wir waren nie allein. Das ist der Vorteil eines Zwillingslebens."

"Leider ist es auch der Nachteil", fügt Alice Kessler hinzu: "Man wird immer nur als Zwilling wahrgenommen."

Darin sprechen die Kessler-Zwillinge auch über die Emanzipationsbewegung: "Als die große Frauenbewegung anfing, brauchten wir sie nicht. Denn durch unseren Beruf hatten wir Erfolg und unser eigenes Geld. Wir mussten dafür nicht kämpfen. Wir hatten unsere Unabhängigkeit . In unserem Unterbewusstsein war uns das wohl immer wichtig. Denn unsere Mutter hat sehr unter unserem Vater gelitten", so Alice und Ellen Kessler.

Alice und Ellen Kessler wurden am 20. August 1936 in Nerchau in Sachsen geboren. Schon als Sechsjährige schickte der Vater die beiden begabten Mädchen in eine Ballettschule. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg traten sie zum ersten Mal im Düsseldorfer "Palladium" auf, einem großen Revuetheater. Dort wurden sie für das "Lido" in Paris entdeckt, was den Beginn ihrer Weltkarriere bedeutete.

Schnell wurde ihr Name "Kessler-Zwillinge" zum Markenzeichen für brillant-synchrone Tanzkunst im Revuestil. Selbst in Amerika feierten sie Erfolge bei Auftritten mit Frank Sinatra, Dean Martin und anderen. Noch heute, im Alter von 75 Jahren, tanzen und singen Alice und Ellen Kessler für ihr Leben gern.
Quelle: Text und Fotos: SWR

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www.SWR.de

(Der Link wurde am 25.07.2012 getestet.)

Bildtext (oben): SWR Fernsehen Alice & Ellen – Von der Kunst, die Kessler-Zwillinge zu sein, am Freitag (10. August 2012) um 23:30 Uhr. Alice und Ellen Kessler.© SWR/privat.
Bildtext (unten:) SÜDWESTRUNDFUNK Swing-Legenden auf Tournee mit der SWR Big Band: Die Kessler Zwillinge.© SWR/Alexander Kluge