Frauenministerin Haderthauer: „Medien als Fortschrittmacher!“


„Die Medien prägen Einstellungen, schaffen Rollenbilder in Kopf und Bauch und bieten Reflexionsfläche und Vorbilder für weibliche Lebensentwürfe und Erfolgsmuster. Damit sind Medien ‚Fortschrittmacher’ und Vorreiter für Veränderungen.“ Mit diesen Worten eröffnete Christine Haderthauer die Podiumsdiskussion.

Die Ministerin diskutierte gemeinsam mit Sibylle Bassler (ZDF Redaktionsleiterin ML Mona Lisa), der Schauspielerin Ulrike Kriener, Andreas Lebert (Chefredakteur Brigitte), Dr. Katarzyna Mol (Herausgeberin emotion Magazin) und Petra Winter (Chefredakteurin Cosmopolitan) über die Verantwortung der Medien für ein modernes Frauenbild und die Frage „Bringt die Quote mehr Quote?“

Um die Quintessenz der Diskussionsteilnehmer vorweg zu nehmen: trotz Gleichberechtigung fehlt es noch weit an selbstverständlicher Frauenpräsenz. Daher ist die Einführung einer gesetzlich verankerten Frauenquote wichtig. Nur so ist es möglich, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Allerdings, die Wege, Voraussetzungen und Ziele sind dabei vielfältig.

Schauspielerin Ulrike Kriener wandte sich gegen die im Fernsehen abgebildete Lebenswelt junger Frauen, die schön sind, aber nicht mehr nur als Dekoration an der Seite des Mannes stehen wollen. Andererseits gäbe es das Bild „starker Frauen“, die sich einem Perfektionismusdruck ausgesetzt sehen und an der daraus resultierenden Überforderung scheitern.

Sibylle Bassler vertrat die Meinung, dass es mit der Frauenquote in den Führungsetagen hapert. Sie appellierte an die Frauen: „Wir müssen unseren eigenen Weg finden und ihn dann auch gehen.“ Ihre Ansicht „Wir alle müssen eine Balance finden zwischen Frauen und Männern“ – ein Aspekt, der wohl dem neuen Mona Lisa-Konzept entspricht.

Dr. Katarzyna Mol kann sich mit der Frauenquote nicht anfreunden. Sie warnte davor, eine Frau in ein Team auch dann aufnehmen zu müssen, wenn man das Gefühl hat, sie passe gar nicht in den Führungskreis hinein. Stattdessen plädierte sie für Strukturänderungen wie etwa Erziehungsurlaub für Männer. Zudem müsse die Frau aus der „Opferrolle“ herausgeholt werden und selbstsicher auftreten.

Petra Winter hat einen weiteren Grund herausgefunden, warum Frauen in Führungspositionen selten anzutreffen sind. „Der letzte Schritt in die erste Reihe ist vielen Frauen einfach zu gefährlich.“

Andreas Lebert sprach sich für die Frauenquote aus. Denn wenn Führungspositionen in einem Unternehmen mit höherem Frauenanteil besetzt sind, führe das zu "mehr Umsatz und mehr Gewinn". Das allein sei schon ein Druckmittel, um die Gleichstellung und das Selbstvertrauen von Frauen zu fördern. "Hier muss sich in den Unternehmen noch sehr viel ändern".

Christine Haderthauers Abschlussworte klingen visionär: „Nach dem Gesetz haben wir bereits die volle Gleichberechtigung, nur das reale Leben muss noch nachkommen. Hier haben die Medien, die das Leben darstellen und spiegeln, eine zentrale Rolle.“ Und: „Es wird sich viel zugunsten der Frauen ändern, aber ‚über Vorbilder und nicht über Gesetze’“.
bk
Weitere Informationen:
www.sozialministerium.bayern.de

Bildunterschrift (v.l.o.R.): Ulrike Kriener, Petra Winter, Christine Haderthauer. (v.l.u.R.): Sibylle Bassler, Christine Haderthauer, Dr. Katarzyna Mol. Fotos: Brigitte Karch

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