Dieter Prokop: „Der Witz der Eva Heller“


Doch ihr Mann, Dieter Prokop, hat ein Buch über sie geschrieben: "Der Witz der Eva Heller". Der Untertitel "Mit Aufsätzen, Vorträgen, Cartoons und Bildern der Schriftstellerin" sagt eigentlich alles, was es im ersten Anlauf über diese Frau zu sagen gibt.

In der bewusst distanzierten Darstellung des Autors wird Eva Heller wieder lebendig. Sie kommt selbst zu Wort in Interviews, spontan beantworteten Fragenbögen. Mal "spricht" sie als Sozialforscherin, mal als Moralistin, als Übermütige, als Sprachkritikerin oder als Wissenschaftlerin auf den Gebieten für Farben und Werbung. Auch gilt sie als Begründerin einer neuen witzigen Frauenliteratur.

Im zweiten Teil des Buches lässt der Autor klug, sich selbst zurückhaltend, das Leben der Eva Heller an uns vorüberziehen. Stationen, die ihr Leben prägten, ihre Art, Menschen ins Gespräch zu ziehen, sie zu analysieren, ihre Zeichnungen und Cartoons, ihre Art zu schreiben – all das wird scheinbar greifbar, lebensecht. Und da ist dann immer wieder der viel zitierte Witz. Unglaublich eigenwillig, geradlinig, aber auch herausfordern kritisch. Kurze Zeit vor ihrer Erkrankung schrieb Eva Heller an einer Kindermusical-Version ihres Farbenbuchs für Kinder.

brikada-Bewertung: Vielseitig begabt, analytisch-scharfsichtig mit aberwitzigem Witz ausgestattet – die promovierte Eva Heller fand ihre Sujets in Kneipen, die sie allein aufsuchte. Eine ausgesprochen eigenwillige Art Art "Dem Volk aufs Maul zu schauen". Dem Autor gelang es mit dem Buch, ein Stück gelebten Lebens der forsch-emanzipierten Eva Heller fassbarer zu machen! Danke!
Brigitte Karch

Leserbewertung:
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Dieter Prokop: "Der Witz der Eva Heller", 224 Seiten, Paperback, 19,90 Euro, ISBN: 978-3-8288-2300-6, erschienen im Tectum Verlag, Marburg 2010.

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