Braunschweig: Komponistin Olga Neuwirth erhält Louis Spohr Musikpreis


Die Preisverleihung findet am 16. Mai 2010 während eines Sinfoniekonzertes des Braunschweiger Staatsorchesters im Rahmen der Reihe "Festliche Tage Neuer Musik" in der Braunschweiger Stadthalle statt.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden international bekannte und für die Musik der Gegenwart richtungweisende Komponistinnen und Komponisten. Mit dem Preis wird das Gedenken an den Komponisten Louis Spohr gewürdigt, der 1784 in Braunschweig geboren wurde.

In der Begründung der Jury heißt es u. a.: "Olga Neuwirth gilt als eine der herausragenden und markantesten Komponistenpersönlichkeiten ihrer Generation. Ihre Arbeiten sind durchzogen von einem Grundton skeptischer Spannung…Sie ist eine scharfe und kritische Beobachterin ihrer massenmedial kontaminierten Umwelt. Sie sucht die künstlerische Kontroverse, die Auseinandersetzung sowohl mit der Musikgeschichte wie mit der Medien- und Popkultur…"

Neuwirths umfangreiche Werkliste reicht von Orchestermusiken, Solokonzerten mit Orchester, Werken für Kammerensembles in großen und kleinen Besetzungen, mit und ohne Elektronik bzw. Zuspiel und Solomusiken bis zu Hörspielen, Klanginstallationen und improvisatorischen, experimentellen Formen. Sie schuf darüber hinaus zahlreiche Theater- und Filmmusiken. Ihre Texte für zahlreiche Werke wurden von der Schriftstellerin Elfriede Jelinek geschrieben, mit der Olga Neuwirth seit vielen Jahren eng und freundschaftlich zusammenarbeitet.

Die in Wien lebende Komponistin beschreibt ihre Musik selbst als "Katastrophenmusik", welche einen grundlegenden Pessimismus zum Ausdruck bringt, in dem dennoch nicht Verzweiflung herrscht, sondern die vorherrschende Empörung Kraft gibt für künstlerische Projekte. Aufgrund dieser Einstellung und der auf Harmonie weitgehend verzichtenden Umsetzung ihrer musikalischen Werke gilt Neuwirth als "enfant terrible" der klassischen Musikszene Österreichs.

Weitere Informationen:
www.braunschweig.de

Bildtext: Olga Neuwirth; Nachweis: Beatrix Neiss

(Der Link wurde am 21.12.2009 getestet.)