Bundesverdienstkreuz für Dr. Renate Eikelmann (Nachbericht)


(brikada: 13.05.2007) – Die Ordensverleihung fand im Rahmen einer Feier in der Bayerischen Staatskanzlei statt. Frau Eikelmann erhielt aus der Hand von Ministerpräsident Edmund Stoiber – zusammen mit elf weiteren Persönlichkeiten – das Bundesverdienstkreuz überreicht.

In der Laudatio heißt es:
Dr. Eikelmann hat sich durch ihr außerordentliches, weit über die beruflichen Anforderungen hinausgehendes Engagement um das Bayerische Nationalmuseum auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Schon während ihrer Tätigkeit als stellvertretende Generaldirektorin im Germanischen Nationalmuseum hat sie mit enormen Aktivitäten, großem Ideenreichtum und Kontaktfreude auf sich aufmerksam gemacht. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten stellte sie auch seit ihrer Bestellung zur Leiterin des Bayerischen Nationalmuseums (BNM) nachhaltig unter Beweis.

In den Jahren ihres Wirkens hat sie dort allgemeine Wertschätzung sowohl bei den Wissenschaftlern als auch im Kreis der Förderer des BNM erfahren. Ihr wissenschaftliches Ansehen und ihr Gespür, auch schwierige Erwerbsvorgänge zum Erfolg zu bringen, sind eindrucksvoll belegt. Mit einer von ihr ins Leben gerufenen spektakulären Aktion konnte sie den "Mohrenkopf" von Christoph Jamnitzer (1563-1618) für Deutschland retten. Der Kopf, ein Prunkpokal in Form eines Mohrenkopfes und eine der bedeutendsten Schöpfungen deutscher Goldschmiedekunst, stammt aus dem "Wettiner Schatz", wurde in den Kriegswirren vergraben und nach seiner Entdeckung durch Schatzgräber ins Ausland zur Auktion verbracht. Das Objekt von nationaler Bedeutung konnte durch die Bemühungen von Frau Dr. Eikelmann nach Deutschland zurückgeführt werden und fand als hochrangiges Werk der Spätrenaissance Süddeutschlands seinen Platz im Bayerischen Nationalmuseum.

Weitere hochrangige Kunstwerke der Renaissance veranschaulichen die Faszination des Exotischen, wie sie sich exemplarisch in dem Mohrenkopf widerspiegelt. Wiederum durch ihren persönlichen Einsatz gelang es, die Sammlung spätmittelalterlicher Bildwerke mit Schlüsselwerken der deutschen und niederländischen Bildhauerkunst der Spätgotik von Justizrat Dr. Gerhart Bollert für Deutschland als Gesamtheit zu erhalten und ebenfalls für das BNM zu gewinnen. Sie hat sich durch ihren hohen persönlichen Einsatz in beeindruckender Weise um das Bayerische Nationalmuseum verdient gemacht."

Gegendarstellung:
Am 16. September 2009 erreichte die brikada-Redaktion eine eMail von Frau Claudia Marschner mit der Bitte um Gegendarstellung zu unserem am 13. Mai 2007 veröffentlichten Artikel "Bundesverdienstkreuz für Dr. Renate Eikelmann".
Gegen die darin gemachte Bemerkung "…Der Kopf, ein Prunkpokal in Form eines Mohrenkopfes und eine der bedeutendsten Schöpfungen deutscher Goldschmiedekunst, stammt aus dem ´Wettiner Schatz´, wurde in den Kriegswirren vergraben und nach seiner Entdeckung durch Schatzgräber ins Ausland zur Auktion verbracht…" macht Frau Claudia Marschner nunmehr, auf einen aus ihrer Sicht, unrichtigen Sachverhalt aufmerksam.

Frau Claudia Marschner schreibt:

Sehr geehrte Frau Brigitte Karch,
laut unserem Telefonat vom 15.09.09 ist der Artikel über den Wettiner Schatz nicht ganz richtig.
Die Stücke der Sächsischen Hofsilberkammer, die im Jahr 1996 und 1998 im Moritzburger Forst gefunden worden waren, sind von uns komplett an das Grüne Gewölbe bzw. dem Direktor Herrn Dr. Dirk Syndram übergeben worden.
Auch der Mohrenkopf. Es sind keinerlei Fundstücke von uns ins Ausland verbracht worden.
Es sind Teile vom Freistaat Sachsen und Bayern erworben worden. Das Haus Wettin hat selber dann bei Auktionhäusern die Sachen versteigern lassen.
Mit freundlichen Gruß
Claudia Marschner

Hintergrund:
Als Schatz der Sachsen (auch Schatz der Wettiner) wird der im Oktober 1996 von Hanno Vollsack und Claudia Marschner hinter Schloss Moritzburg entdeckte Wettinerschatz bezeichnet.

Geschichte
Zum Ende des 2. Weltkrieges, am 10. Februar 1945, vergruben Ernst Heinrich Prinz von Sachsen, seine Söhne Dedo und Gero und der Revierförster 43 Kisten. Ein großer Teil wurde von der Besatzungsmacht ausgegraben. 3 Kisten wurden nicht bemerkt.

Der Fund
Der Gesamtwert wird auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Die wertvollsten Teile sind ein silberner Mohrenkopf-Pokal von Christoph Jamnitzer aus dem 16. Jahrhundert, eine Münzsammlung und Teile des Tafelsilbers Augusts des Starken.
(Quelle: Schatz der Sachsen aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Webadresse: http://de.wikipedia.org/wiki/Schatz_der_Sachsen)

(Der Link wurde am 16.09.2009 getestet.)