Völkerkundemuseum Herrnhut mit Ausstellung der Missionarsfrau Maria Heyde


Maria Heyde wurde als Tochter der Missionarsfamilie Hartmann in Suriname geboren und erhielt in Kleinwelka bei Bautzen ihre Schulbildung, um danach eine Ausbildung zur Lehrerin zu absolvieren.

1859 reiste sie als Braut für den Missionar August Wilhelm Heyde (1825-1907), nach Westtibet, den sie erst dort kennenlernte. Ohne Unterbrechung lebten beide bis 1898 in der Herrnhuter Missionsstation Kyelang in der heute zu Indien gehörenden Provinz Lahoul im Bundesstaat Himachal Pradesh, bevor sie die letzten Jahre bis 1903 für Übersetzungsarbeiten in einem anderen Teil Indiens wirkten.

Ihre bis zum Lebensende geführten Tagebücher und vielen Briefe sind voller Einblicke in den Alltag der Mission. Sie schrieb über die Reisen ihres Mannes, von den häuslichen Arbeiten, von Knaben- und Mädchenschulen, über den Kartoffelanbau und die Übersetzung des Neuen Testaments. Ihre Kinder, die ebenso wie sie selbst in jungen Jahren von den Eltern getrennt wurden, um in Kleinwelka eine Ausbildung zu erhalten, nehmen in ihren Aufzeichnungen breiten Raum ein.

Die text-, bild- und objektlastige Sonderausstellung nähert sich dem Leben Maria Heydes, und versucht, dem Thema Fremdheit mit historischer Tiefe zu begegnen.

Als Veranstaltungsort fungiert das Völkerkundemuseum Herrnhut der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen in Herrnhut. Die Ausstellung samt Broschüre wurde im Wesentlichen von dem Ulmer Arbeitskreis "Herrnhuter in Lahoul" nach jahrelanger Transkriptions- und Auswertungsarbeit konzipiert und gestaltet.

Weitere Informationen:
voelkerkunde-herrnhut.de/..
www.uni-ulm.de/..

(Die Links wurden am 13.05.2008 getestet.)

Bild: Maria Heyde. Foto: ©Benedikt Heyde