Bayerischer Filmpreis: Martina Gedeck als beste Darstellerin ausgezeichnet


Bei dem "Bayerischen Oscar" handelt es sich um eine der begehrtesten und renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Filmbranche. Gewürdigt werden herausragende Leistungen der Filmkunst vor und hinter der Kamera.

Der Darstellerpreis weiblich (dotiert mit 10.000 Euro) ging an Martina Gedeck für die Rolle in dem Film "Meine schöne Bescherung". In der Laudation dazu heißt es: Martina Gedeck ist eine Schauspielerin, die jeder ihrer Rollen eine besondere Prägung und Unverwechselbarkeit verleiht. In ihrer Wandlungsfähigkeit oft nicht wiederzuerkennen, verkörpert sie stets überzeugend genau die Figur, die ihr das Drehbuch zuweist, und verleiht ihr damit ihren charakteristischen und lebensechten Charakter. Im Geschlechter- und Beziehungskampf von Vanessa Jopps "Meine schöne Bescherung" beweist sie mit präzisem Stil und feinem Humor erneut die Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens. In dieser unterhaltsamen Komödie der X-Film Creative Pool bildet Martina Gedeck das Glanzlicht eines herausragenden Schauspielerensembles, das das Publikum auf intelligente Weise glänzend zu unterhalten vermag.

Den Nachwuchsdarstellerpreis weiblich (dotiert mit 10.000 Euro) kann an Elinor Lüdde für die Rolle in "Meer is nich" für sich verbuchen. In diesem Film verkörpert Elinor Lüdde die 17-jährige Lena, die den für sie vom Vater ausgesuchten Beruf ablehnt und unbedingt Schlagzeugerin werden möchte. Nach vielen und langen Schwankungen glaubt sie an sich selbst, lässt alle Hindernisse und Zweifel hinter sich, setzt sich durch, findet Weg und Ziel. Elinor Lüdde, die selbst Schlagzeug in einer Band spielt, füllt diese Rolle glänzend aus. Sie strahlt bei aller Zurückhaltung, mit der sie den Part spielt, Natürlichkeit, Sympathie, Zielstrebigkeit und Überzeugung aus. So wünscht man sich junge Schauspielerinnen.

Auch Petra Schmidt-Schaller wurde mit dem Nachwuchsdarstellerpreis weiblich (dotiert mit 10.000 Euro) für die Rolle in "Ein fliehendes Pferd" ausgezeichnet. Die überraschendste Neuentdeckung im hervorragenden Schauspielerensemble des Spielfilms "Ein fliehendes Pferd" ist Petra Schmidt-Schaller als Helene. Mit überzeugender Leichtigkeit verbindet sie Naivität und Unbedarftheit mit Anmut und Erotik, die die Figur der "Hel" charakterisieren. Mit ihrem harmonischen Spiel im Kreis der vier Protagonisten trägt Petra Schmidt-Schaller ganz wesentlich zum Erfolg dieser fesselnden Literaturverfilmung bei.

Der Preis der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF, dotiert mit 60.000 Euro) geht an Britta Knöller und Hans Christian Schmid (23/5 Filmproduktion GmbH) für den Film "Am Ende kommen Touristen".

Mit dem mit 200.000 Euro dotierten Produzentenpreis ausgezeichnet wurden Molly von Fürstenberg und Harald Kügler von der Münchner Produktionsfirma Olga Film für den poetischen und berührenden Film "Kirschblüten Hanami".

Die Münchner Produktionsfirma Olga Film kann auf viele bemerkenswerte Produktionen zurückschauen. Mit dem neuesten Film von Doris Dörrie haben die beiden Produzenten wiederum einen überzeugenden und rundum stimmigen Film verwirklicht. Hier ist in der charakteristischen Handschrift von Doris Dörrie und mit herausragenden Schauspielern ein Werk entstanden, das den Zuschauer von der ersten Einstellung bis zur letzten Szene in seinen Bann zieht und ihn tief anzurühren vermag. Dabei gelingt es auf besondere Weise, einen Bogen von einem Allgäuer Dorf mit seinen bodenständigen Lebensformen über Berlin und die Ostsee bis hin ins ferne Japan zu spannen, der die Unterschiedlichkeit der Kulturen ebenso wie ihre Vereinbarkeit im Leben und in den Träumen der Protagonisten sichtbar macht.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei