Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007


Für viele ist Wissenschaft eine schwer verdauliche Kost. Dabei mangelt es keinesfalls an öffentlichem Interesse. Vielmehr werden interessierte Laien häufig von einer Fülle von Fachausdrücken und langatmigen Erläuterungen abgeschreckt. Fünf junge Nachwuchswissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass es auch anders geht. Die frischgebackenen Doktoren haben die Forschungsergebnisse ihrer Doktorarbeiten in spannende und allgemein verständliche Artikel zusammengefasst. Hierfür wurden sie am 11. Oktober 2007 in der Alten Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet. Der Preis ist mit je 5 000 Euro dotiert. Die preisgekrönten Artikel sind in einer Sonderbeilage des Novemberheftes von „bild der wissenschaft veröffentlicht.

Die Gewinnerinnen des Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 sind:

Biologie: Dr. Cristina Voss (Doktorarbeit an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg). In ihrem Wettbewerbsbeitrag „Riproximin: Schamanenpulver oder Krebsmedikament?“ beschreibt Cristina Voss spannend und anschaulich ihre Forschungsarbeit. Sie zeichnet den Weg von der Entdeckung der krebshemmenden Wirkung eines afrikanischen Pulvers bis zur wissenschaftlichen Auswertung der Forschungsergebnisse nach. Die Beschreibungen des Forschungsweges sind spannend und so geschrieben, dass der Leser der Wissenschaftlerin über die Schulter zu schauen meint. Er erlebt mit, wie Krebsforscher eine unkonventionelle Behandlungsmethode ernst nehmen und mit modernen wissenschaftlichen Methoden untersuchen.

Chemie: Dr. Jacqueline Burré (Doktorarbeit an Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main). „Die Nadel im nervösen Heuhaufen“ lautet der Titel ihres mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 im Fach Chemie prämierten Textes. Jacqueline Burré beschreibt anschaulich und prägnant ihre komplexe Forschungsarbeit. Bildhaft führt sie den Leser in die geheimnisvolle Welt der Nervenzellen und Botenstoffe ein und macht Fachbegriffe Laien verständlich. Dabei versteht sie es, dem Leser die praktische Bedeutung der Forschung in kurzen, prägnanten Sätzen begreiflich zumachen.

Neurowissenschaften: Dr. Miriam Spering (Doktorarbeit an der Justus-Liebig-Universität Gießen). In ihrem Wettbewerbsbeitrag „Wenn das Gehirn am Steuer sitzt“ erklärt die Preisträgerin einen raffinierten Selbstschutzmechanismus des Gehirns. Sie schildert anschaulich, wie das Gehirn mit visuellen Störeinflüssen zurechtkommt. Dabei verwendet Miriam Spering alltägliche Beispiele und verzichtet auf Fachausdrücke.

Außerdem wurden mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 ausgezeichnet: Dr. Sebastian Sager (Mathematik) und Dr. Dirk Notz (Physik).

Einsendeschluss für die kommende Wettbewerbsrunde ist der 29. Februar 2008.

Quelle: Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Weitere Informationen:
www.klaus-tschira-preis.info

(Der Link wurde am 04.11.2007 getestet.)