Cos Ordinary Sucks stellt mit ihrer Mode bunten Herbst in Schatten

Flensburg. – Kalter Wind raschelt durch das goldene Laub eines Baumes. Darunter springt ein Kind in gelben Gummistiefeln in eine schlammige Pfütze. Eine vorbeigehende Frau zieht sich ihren roten Schal enger. Es ist kalt. Es ist bunt. Es ist Herbst. Dieses Jahr besonders früh und dank einer Modemarke aus Flensburg noch knalliger.

Vor gut einem Jahr gründete die Flensburgerin Cosima Sommer das Klamottenlabel „Cos Ordinary Sucks“. Binnen kürzester Zeit eroberten ihre schrillen Wende- Batikjacken die Berliner Nachtclubs und die deutschen Festivals. Heute macht sie in manchen Monaten bereits fünfstelligen Umsatz. Und das ohne Modestudium oder anderweitige Erfahrungen in dem umkämpften Markt.

Wie alles begann? 2016 absolvierte die heute 25-jährige Kitesurferin ein Praktikum bei einem Kite-Hersteller in Sri Lanka. Sie fing an zu batiken. Aus dem Hobby wurde Leidenschaft. Tagsüber arbeitete sie in der Fabrik, abends suchte sie Stoffhändler und Schneider. Sie freundete sich mit Bandu an, einem Singhalesen, der professionell batikt. Zusammen entwickelten sie Designs. Der Clou: Eine Seite bunt, eine Seite klassisch schwarz. „Cos Ordinary Sucks“ war geboren. Fünf Monate später reiste Cosima mit 100 Batik-Jacken im Handgepäck zurück nach Flensburg.

COS-Cosima hilft beim Batiken. Foto: ©Cosima Sommer
COS-Die WeBääm Crew beim Pangea Festival. Foto: ©WeBääm.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

„Als ich zurück war, bin ich im Bus meiner Eltern von Club zu Club gefahren. Ich habe nachts aus dem Kofferraum heraus meine Klamotten verkauft“, so die junge Gründerin. Mit Glitzer bestäubt und Straußenfedern im Haar, schlich sie sich in die Backstagebereiche berüchtigter Clubs in Berlin. Dort gab sie DJs vor deren Auftritten ihre Jacken. Die Nachfrage war riesig. Cosima bestellte nach. Während sie auf den Container wartete, baute sie ihre Website.

COS-Zwischen Palmen werden die Stoffe getrocknet. Foto: ©Cosima Sommer

 

 

Die hohe Nachfrage erklärt sich Cosima damit, dass jedes Stück ein fair produziertes Unikat ist. Dafür ignoriert sie, getreu ihres Firmennamens „Ordinary sucks“, Gelerntes aus ihrem Studium zur Wirtschaftsingenieurin. „Im Studium ging es darum, Produktionskosten zu senken. Darauf gebe ich aber nicht viel. Bandu ist mein Partner und wird fair beteiligt. Ohne ihn und sein Team würde es nicht funktionieren“, sagt Cosima. Vielmehr will sie ihre Mode überall verfügbar machen und baut einen neuen Vertrieb in Australien auf. Parallel hat sie ihr Sortiment für den Herbst um Bauchtaschen und Hemden erweitert. Die Stücke sind bunter denn je und überstrahlen so ziemlich jedes Laubblatt – auch bei typisch norddeutschem Regenwetter.
(Quelle: COS- Cosima Sommer)

 

 

Weitere Informationen:
www.cosordinarysucks.de

Titelbild: COS- Cosima und Bandus Batik Team. Foto: © Cosima Sommer