Düsseldorf: Kunstpreis 2007 für Marlene Dumas


Die Malerin Marlene Dumas (siehe Foto), 1953 in Südafrika geboren und heute in Amsterdam lebend, zählt zu den wichtigsten, weltweit renommierten Künstlerinnen, die in den letzten 20 Jahren wesentliche Impulse im internationalen Kunstgeschehen gesetzt haben. Sie erhält den mit 55.000 Euro dotierten Kunstpreis, der 2006 anlässlich der 1. Düsseldorfer Quadriennale erstmals verliehen wurde und damit gleich von Anbeginn zu den herausragenden Auszeichnungen im Bereich der Bildenden Kunst zählt.

In der Begründung der Jury für die Preisverleihung an Marlene Dumas heißt es: „Die Künstlerin Marlene Dumas reflektiert beispielhaft die in den Medien kolportierten Bilder und übersetzt sie in eine eigene Formensprache, die eine diskursive und kritische Annäherung ermöglicht. Zu ihren maßgeblichen Themen zählen die Klischees der Frau als Figur und Modell in der Gesellschaft, deren Vereinnahmungen in der öffentlichen wie auch der privaten Sphäre, zudem unterschiedliche soziale Verhaltensnormen und das Ausgesetztsein des Körpers. Mit diesem Themenspektrum hat Dumas in ihrem bisherigen Werk die Malerei entschieden weitergeführt und stellt ihre Arbeit in einen politisch konnotierten Rahmen.“

Marlene Dumas wurde 1953 in Kapstadt geboren. 1975 absolvierte sie an der Michaelis School of Fine Art ihren BA und immigrierte anschließend in die Niederlande. Ihr Weggang von Südafrika war nicht zuletzt motiviert durch ihre Ablehnung der Apartheid-Politik. In den Niederlanden vertiefte sie ihr Kunststudium an den damals führenden „Ateliers ‘63" in Haarlem (bei Carl Vissers, Jan Dibbets und Ger van Elk). Während ihres Kunststudiums beschäftigte sich Dumas mit Zeichnungen, Collagen, der Malerei und gelegentlich mit Skulpturen. Ihr Hauptmotiv, die Figur, prägte sich schon während dieser experimentellen Zeit deutlich aus.

In ihrem vitalen bildnerischen Schaffen hat sich Dumas immer wieder Grundbedingungen des Menschlichen im Bezugsrahmen von Sexualität, Geburt, Tod und Geschlechterverhältnis gewidmet. Obwohl Apartheid nie zum Hauptthema ihrer Arbeit wurde, setzte sich die Künstlerin sehr früh und sehr deutlich auch mit dem Konflikt zwischen Schwarz und Weiß auseinander. Seit 1979 hat Dumas Ausstellungen in aller Welt.

Hintergrund
Als Kunstmetropole besitzt Düsseldorf einen historisch gewachsenen, international anerkannten Ruf. Neben den Museen trägt bis heute die Düsseldorfer Kunstakademie mit den aus ihr hervor gegangenen international bedeutenden Künstlern zu diesem Ansehen bei. Um Düsseldorf noch stärker als Stadt der Bildenden Kunst zu positionieren, stiftete die Landeshauptstadt einen neuen Kunstpreis, der 2006 erstmals anlässlich der Quadriennale verliehen wurde und der nun jährlich vergeben wird. Der Preis ist mit 55.000 Euro hoch dotiert. Er soll an herausragende Künstlerpersönlichkeiten verliehen werden, deren Werk richtungsweisend für die Entwicklung der Gegenwartskunst ist.

Quelle: arz