Brigitte Karch: Familie Specht hat hungrigen Nachwuchs bekommen

Eigentlich begann die ganze Aktion beim Sichten der täglich eintrudelnden Emails auf dem Brikada -PC. Da waren in einer Meldung vom NABU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Ergebnisse der diesjährigen Aktion „Stunde der Gartenvögel“ nachzulesen. Demzufolge zieht es immer mehr Vogelarten vom Land in Städte und Dörfer. Das gleicht so einer Art Landflucht – ähnlich wie es seit einiger Zeit auch beim Menschen zu beobachten ist. Unsere geflügelten Freunden favorisieren weitläufige Parks, gemütliche Gärten und hoch aufragende Bäume mit knarziger Rinde – ideal für die eigenen vier Wände.

 

 

 

 

 

Bildtext: Na, wann kommt endlich wieder was zu fressen!??
Foto: ©Brigitte Karch 

 

Es ist vor allem der Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, der sich neue Siedlungsräume in den Städten erobert. Sein Vetter, der Buntspecht (Lateinisch: Dendrocopos major), steht ihm allerdings in nichts nach. Frisch und scheinbar unbekümmert sucht es sich seine Bleibe in städtischen Gefilden – wie ein Blick aus dem Brikada-Redaktionszimmer beweist. Mal schwirrt er wellenförmig links zur rotblühenden Kastanie, mal driftet er ab nach rechts zur fülligen Tanne und mal macht er mit energischem Pock-Pock am Futterkästchen auf sich aufmerksam.

Normalerweise ernährt sich der Buntspecht ja von Insekten und Larven. Im Winter dürfen es dann auch Nüsse, Beeren und Samen sein. Doch was tun, wenn sich Nachwuchs eingestellt hat – wie die Kleinen satt bekommen, wenn kaum etwas an gewohnt Freßbarem zu finden ist? Richtig: Mama Specht stellt Töchterchen Specht persönlich vor und bittet um eine milde Rosinenspende. Und Fräulein Tochter genießt es, wenn Mütterlein Specht sie liebevoll füttert

In diesem Sinne: Wir wünschen einen fröhlichen Specht-Nachwuchstag, begleitet von einem kräftigem Trommelwirbel: „kick“ … „kick“ … „kick“ …
Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.nabu.de

Titelbild: Atzung des Specht-Nachwuchses. Foto: ©Brigitte Karch