Doris Losch: Choupette, die Muse


Er hat es selbst vor laufender TV-Kamera gesagt! Wir haben die Kollektion also mal auf kätzische Merkmale hin gemustert. Choupette selbst war leider zu keinem Gespräch bereit, sie bedaure sehr, sei aber mit ihrem i-pad beschäftigt, ließ sie durch ihre zwei Bedienerinnen ausrichten. Na, vielleicht ein andermal. Wir bleiben dran.

In der Chanel-Kollektion 2013 erlebt das Rokoko eine Renaissance. Und wie gut können wir uns weiße Luxuskätzchen wie Choupette in einem Rokoko-Kostümchen vorstellen, eine Puderperücke braucht sie nicht, denn sie ist von makellosem reinem Wolkenweiß. Wie süß sähe sie in einer der neuen Creations des Meisters aus, Wasserfarben und Pudertöne, gewirktes Gold, schneeiges Weiß ziehen sich durch die gesamte Kollektion. Röcke bauschen sich anmutig, Spitzenkaskaden umfließen Hälse, Dekolletes und Handgelenke und Fußfesseln (halt, das ist uns so rausgerutscht, nicht um Fußfesseln), Rüschelchen ranken sich um die mit pastellfarbenen Kurzhaarperücken bestülpten Models, wir sehen zauberhafte Blüten, hingetupft auf zarte Stöffchen.

Die durchschnittliche Hauskatze – bestimmt auch die französische, jetzt sowieso, da wieder ein sozialistischer Hauch durch die Grande Nation weht! – würde damit kurzen Prozess machen und alles so richtig zerrupfen. Nicht aber geadelte und vornehme Katzen à la Choupette. Wir kennen übrigens durchaus auch einige Katzen, die das Zeug zu einer Premiere Chatte hätten, hochnäsig, wie sie manchmal tun.

Was heißt eigentlich Choupette? Es heißt soviel wie Haarbändchen für kleine Mädchen, Baby-Haarsträhnchen. Es bedeutet auf jeden Fall etwas ganz Niedliches. Wir übersetzen Choupette mit „Schatzikatzi, die Muse“. Voilà.
Doris Losch

Bildtext: Kater Pauli ist lieb, aber in ein Rokokokostüm würde er sich nie stecken
lassen … Foto: : Doris Losch