Bayerns Frauenministerin Christine Haderthauer zum Equal Pay Day


„Frauen verdienen hierzulande auch im Jahr 2011 rund 23 Prozent weniger als Männer! Leider ist in den Köpfen vieler Vorgesetzter immer noch nicht angekommen, dass wir ohne Frauenpower in Zukunft keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Bei dem Thema Lohngleichheit unter den Geschlechtern nimmt Deutschland keine Vorbildfunktion wahr! Frauen sind anders gut als Männer und daher durch die besten Männer nicht zu ersetzen. Gerade jetzt müssen sich Frauen mehr zutrauen und selbstbewusster in Gehaltsverhandlungen gehen; ein Naturgesetz, dass Frauenarbeit weniger wert ist als Männerarbeit, gibt es nämlich nicht! Ich rate allen Frauen, sich zu informieren, was ihre Tätigkeit wert ist!“, so Bayerns Frauen- und Arbeitsministerin Christine Haderthauer, zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, anlässlich des Equal Pay Day am 25. März 2011.

„Gerade im technischen Bereich wird Frauen allgemein immer noch weniger zugetraut als Männern – sie müssen die doppelte Leistung bringen für die gleiche Karriere und erhalten dabei auch noch weniger Geld. Erst wenn wir überkommene Rollenbilder endlich über Bord werfen, werden wir die ungleiche Bezahlung überwinden! Es kann nicht sein, dass hoch bewertete Berufe wie Rechtsanwälte, Lehrer oder Ärzte in dem Maße an Lohnniveau verlieren wie sie ‚verweiblichen‘.

Dies geschieht auch deshalb, weil bei uns häufig noch das Denken verankert ist, dass ein Mann seine Familie ernähren muss, eine Frau aber bestenfalls einen Zuverdienst erwirtschaftet. Es wird Zeit, dass sich die Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt so ändern, dass wir Eltern nicht strukturell benachteiligen, wenn sie Familie leben wollen. Es ist zu hoffen, dass der partiell beklagte Fachkräftemangel so viel Druck auf den Arbeitsmarkt erzeugt, dass sich hier endlich etwas bewegt.

Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, gerade Frauen, die zusätzlich wertvolle Familienarbeit leisten, unter ihrer ursprünglichen Qualifikation einzusetzen beziehungsweise mit Arbeitsbedingungen und Löhnen abzuspeisen, die einem Mann nie zugemutet werden würden. Hier sind vor allem die Arbeitgeber gefragt: Unternehmen, die heute nicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, werden morgen vom Markt verschwunden sein.

Gute Fachkräfte suchen sich ihre Arbeitgeber schon lange nicht mehr allein nach dem Gehalt aus. Hier können wir uns ein Beispiel an Skandinavien nehmen. Dort wird auch von Führungskräften verlangt, dass sie sich ausgiebig um ihre Familie kümmern. Sonst gelten sie als Minderleister – und als Risiko für die Firma! Die Verantwortung gegenüber ihren Kindern muss auch in Deutschland am Arbeitsplatz endlich honoriert und nicht durch Chancenverlust abgestraft werden. Verantwortung in der Familie befähigt auch zu Verantwortung am Schreibtisch“, so Haderthauer abschließend.

Weitere Informationen:
www.frauenlohnspiegel.de

(Der Link wurde am 24.03.2011 getestet.)